(ots) - Gerade haben Katholiken in einer Vatikan-Umfrage der
Sexualmoral ihrer Kirche ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. Und
lauter werden nun Stimmen vernehmbar wie die des Mainzer Kardinals
Lehmann und des Trierer Bischofs Ackermann, die mahnen, dass sich
etwa in der Frage der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zum
Abendmahl etwas bewegen müsse. Durchaus bewegende Zeiten also für die
katholische Kirche, vor allem, wenn man in Rechnung stellt, dass sie
eher in Jahrhunderten denkt denn in Jahren. Der zweite Versuch einer
wissenschaftlichen Studie über Missbrauchsskandale passt da gut in
die Zeit. Es geht, wie Bischof Ackermann zutreffend erklärt, um "eine
dunkle Seite in unserer Kirche". Diese Dunkelheit wird nicht dadurch
relativiert, dass Missbrauch auch in anderem Umfeld, nicht zuletzt in
Familien, geschehen ist und noch immer geschieht. Die katholische
Kirche hat sich während der vergangenen 15 Jahre durchaus positiv
bewegt, nachdem anfangs eine massive Wagenburgmentalität vorherrschte
und Vorwürfe als "Kampagnen" abgetan wurden. Allerdings gibt es auch
heute noch namhafte Kleriker, die in der damaligen
Verteidigungsstrategie verharren. Wie sich die Dinge entwickeln, ob
es zu einem Machtkampf der, vereinfacht formuliert, konservativen
gegen liberale Kräfte kommt, und wer dann obsiegt, muss sich zeigen.
Was die Missbrauchsforschung angeht:Sieben Professoren für eine
Studie - da kann, wer bösgläubig ist, argwöhnen, dass der
Auftraggeber Kirche notfalls einen gegen den anderen ausspielen
könnte. Bis zum Beweis des Gegenteils sollte man jedoch dem Bischof
Ackermann Glauben schenken, der Klarheit und Transparenz verspricht.
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