(ots) - Die Union hat die Gewerkschaften davor gewarnt,
Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen, wenn sie bei Forderungen nach
einer baldigen Anpassung des für 2015 startenden gesetzlichen
Mindestlohns mit 8,50 Euro blieben. Gegenüber der "Leipziger
Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) sprach CDU-Generalsekretär Peter
Tauber von einer "Schreckensmarke zehn Euro".
Der designierte neue Vorsitzende des Deutschen
Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, verwies dagegen im Gespräch mit
der Zeitung auf die politisch vereinbarte Konzeption des
Mindestlohns. "Der Mindestlohn muss nach seiner Einführung
nachlaufend zu der Tarifentwicklung erhöht werden. Da sind wir uns
einig, da gibt es keinen Dissens." Hoffmann bezog sich dabei auf
unterschiedliche Forderungen im Gewerkschaftslager nach Höhe und
Tempo der Anpassung des Mindestlohns. Die Gewerkschaften wollten eine
Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns im jährlichen Rhythmus und
zwar als eine nachlaufende Anhebung gekoppelt an die
Tarifentwicklung. Wenn das 2016 nicht möglich sei, dann 2017, aber
unter der Berücksichtigung der Entwicklungen der Jahre 2015 und 2016.
"Uns geht es darum, den Mindestlohn mit 8,50 Euro einzuführen und
durchzusetzen - ohne jegliche Ausnahme", sagte der künftige DGB-Chef.
"Ausnahmen sind nicht begründbar und rechtlich nicht zulässig. Denn:
Würde kennt keine Ausnahmen", sagte Hoffmann.
Linken-Chef Bernhard Riexinger appellierte an die Gewerkschaften,
"ihre Marschrichtung beim Mindestlohn zu klären". Sie seien "für
höhere Löhne da und basta." Zehn Euro seien gerecht und machbar. Es
gehe nicht, dass "Gewerkschafter als politische Lohndrücker unterwegs
sind".
Der CDU-Generalsekretär forderte dagegen für Branchen und Regionen
Zeit, um sich ab 2015 auf 8,50 Euro pro Stunde einstellen zu können.
"Es würde den Anpassungsprozess erschweren und dürfte zum Verlust von
Arbeitsplätzen führen", legte man die Latte beim Mindestlohn rasch
höher.
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