(ots) - Man könnte es sich bei der Diskussion um die
offensichtlich geplante Verschiebung der Kindergelderhöhung leicht
machen. Nach dem Motto: Bei lächerlichen zwei Euro mehr pro Monat und
Kind ist es auch egal, ob sie ab 2014 oder 2016 gezahlt werden. Für
die zusammengerechnet 24 Euro mehr pro Jahr bekäme man mit Mühe zwei
Paar mäßig gute Kinderschuhe beim Discounter. Das Argument führt aber
in die falsche Richtung. Denn die Verschiebung, wie auch immer sie
nun begründet wird, hat vor allem eine verheerende Signalwirkung -
Besserverdienende, die vom steuerlichen Kinderfreibetrag profitieren,
können sich in diesem Jahr über die Erhöhung des Freibetrags freuen,
während Geringverdiener auf die Kindergelderhöhung warten müssen. Man
muss kein Klassenkämpfer sein, um festzustellen, dass diese
Entscheidung unsozial ist. Wolfgang Schäuble hat ein ehrgeiziges
Ziel: Er will 2015 keine neuen Schulden aufnehmen. Ohne
Steuererhöhungen gelingt das nur mit eisernem Sparwillen, dem nun die
Kindergelderhöhung zum Opfer fällt. Ein kleines Bonbon hat man
dennoch für die Familien: Eine Anhebung zum späteren Zeitpunkt könnte
dann höher als zwei Euro ausfallen. Jeder muss für sich entschieden,
ob er solchen Ankündigungen glauben will. Von den etwa 35 Euro
Kindergelderhöhung aus dem CDU-Wahlkampf ist auch längst keine Rede
mehr. Fazit: Bei Familien, vor allem sozial schwachen, aber nicht nur
bei diesen, bleibt das Gefühl, dass sie in der Politik längst nicht
den Stellenwert haben, den sie vor dem Hintergrund der demografischen
Entwicklung haben sollten.
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