(ots) - Die Diskussion um die Erfassung des
Unterrichtsausfalls in NRW folgt den Regeln des üblichen
Politikerspiels: Die einen werfen den anderen vor, etwas unterlassen
zu haben, was sie zuvor in ihrer eigenen Regierungszeit selbst nicht
richtig hinbekommen haben. Es ist ein Streit um Zahlen, der das
eigentliche Problem ausklammert. Was nützt es, einen offenkundigen
Missstand zu erfassen, wenn daraus nicht die notwendigen Konsequenzen
gezogen werden, weil sowieso die Mittel fehlen, ihn zu beheben? Ob
nun Rot-Grün oder früher Schwarz-Gelb, den Unterrichtsausfall haben
beide nicht in den Griff gekriegt - egal, ob dieser nun
(stichprobenartig) erfasst wurde oder nicht. Denn getrickst wird
sowieso: Wenn ein Lehrer gleichzeitig zwei Klassen beaufsichtigt,
sieht es auf dem Papier so aus, als würde kein Unterricht ausfallen,
verweist der Lehrerverband VEB auf die gängige Praxis. Diese Art der
Erfassung kaschiert jedoch nur den Notstand. Am Ende geht es ums
Geld. Und davon hat das Land bekanntlich nicht mehr viel. Also wird
weiterhin Unterricht ausfallen - ob nun gezählt oder nicht.
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