(ots) - Vor dem Dammbruch?
Schuldzuweisungen, Spekulationen, Widersprüche - der nach wie vor
undurchsichtige Fall Edathy wird die Berliner Plauderrepublik so
schnell nicht loslassen. Auch wenn sich in dieser Woche
Staatsanwaltschaften, Koalitionsausschuss und der Innenausschuss des
Bundestages mit der vielschichtigen Affäre auseinandersetzen, ein
Absprung in die politische Tagesroutine ist bei diesem Thema nicht zu
erwarten. Das Geschehen wird gleichermaßen von komplexen juristischen
Fragen und einer Dosis knallharter Parteitaktik bestimmt. Mag sein,
dass Edathy im juristischen Sinne und nach eigener Auffassung im
diffusen "Grenzbereich" zur Kinderpornografie unterwegs war,
moralisch ist er in den Augen vieler tief abgestürzt. Zu sehr
verbinden sich die bestellten Bilder mit einem Missbrauch
unschuldiger Opfer. Es sind deshalb Krisengespräche, die jetzt in
Berlin geführt werden. Denn wenn sich doch noch herausstellen sollte,
dass Edathy direkt vor anlaufenden Ermittlungen gewarnt wurde, dann
brechen die letzten Dämme der Empörung. Die Koalition steht unter
Spannung. Helfen könnte es, wenn nach dem Friedrich-Rücktritt auch
auf der SPD-Seite reagiert wird. Fraktionschef Oppermann ist nicht
mehr zu halten. Wolfgang Kleideiter
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