(ots) - Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt.
Gleichzeitig gibt es immer weniger Kinder. Und Pflege ist teuer und
für viele Dienstleister keineswegs nur Nächstenliebe, sondern ein
Bombengeschäft. Das nennt man Teufelskreis. Und darein platzt nun das
Urteil des Bundesgerichtshofes, das so gar keine Rücksicht nimmt auf
individuelle Befindlichkeiten und Lebensvorstellungen. Wird dadurch
alles noch viel schlimmer? Die Antwort ist völlig unzweideutig: Nein.
Im Gegenteil, man muss den Karlsruher Richtern dankbar sein. Dankbar
dafür, dass sie uns wieder den Blick für eine zunehmend aus der Mode
kommende, aber nichtsdestotrotz weiterhin gültige Grundregel
christlich-abendländischen Zusammenlebens öffnen: Ohne Familien
bricht unsere Gesellschaft zusammen. Und zwar Familien im
traditionellen Sinn, in denen Kinder aufwachsen. Das Band zwischen
Kindern und Eltern ist unauflöslich, egal wie viele Gräben ein Leben
zwischen den Generationen mitunter aufwirft. Und - noch viel
wichtiger in Zeiten wie diesen - dieses Band gilt unabhängig davon,
aus welcher Richtung der Zeitgeist bis in manche Kirche hinein gerade
weht. Die Familien können und werden beim Thema Pflege nicht alle
Härten des demografischen Wandels abfedern können. Auch an anderen
Stellen muss Solidarität intensiv gelebt werden. Aber ohne Familien
wird dieser Wandel noch sehr viel härter ausfallen. Das hat der BGH
uns gestern in die Stammbücher geschrieben. Beliebigkeit und
Unverbindlichkeit sind keine Werte, die uns in die Zukunft führen.
Verantwortung für Verwandte hat kein Verfallsdatum. Auch wenn diese
Erkenntnis mitunter wehtut.
Pressekontakt:
Allgemeine Zeitung Mainz
Florian Giezewski
Regionalmanager
Telefon: 06131/485817
desk-zentral(at)vrm.de