(ots) - Immer mehr Menschen können am Ende des Lebens ihre
Pflegekosten nicht mehr bezahlen - darunter übrigens sehr viele, die
fleißig gearbeitet und Kinder großgezogen haben. Man könnte es sich
leicht machen und sagen: Dann sollen das doch die Kinder übernehmen,
schließlich haben sie an ihrem Lebensanfang auch die finanzielle
Solidarität der Eltern erlebt. Ganz so einfach ist die Sache
allerdings nicht, wenn man weder die Jungen für diese Aufgabe stärkt
- sie sind ja zunehmend nicht mal in der Lage, für sich selbst
vorzusorgen -, noch die bedürftigen Alten anständig versorgt. Es lebt
schließlich nur die Hälfte von ihnen in einem Pflegeheim, alle
anderen werden ohnehin zu Hause betreut und zwar im Wesentlichen zu
Lasten ihrer Familien und Freunde und am allergeringsten zu Lasten
der Gesellschaft. Pflegeheime sind im übrigen auch keine karitativen
Einrichtungen, sondern die Betreiber verdienen Geld damit. Wenn ein
Kind dazu verurteilt werden muss, seinen Vater bei der Finanzierung
eines Heims zu unterstützen, obwohl sich dieser von ihm abgewendet
hatte, dann ist das mindestens fragwürdig und ruft nach einem neuen
Blick auf das Beziehungsgeflecht von Familie und Verantwortung in
dieser Gesellschaft, vielleicht auch nach einer Änderung der Gesetze.
Denn eines ist ganz sicher: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen
wird steigen und die Zahl jener, die nicht mal die einfachsten Hilfen
mehr selbst bezahlen können, auch. Und das ist nun ganz gewiss keine
Privatsache, obwohl uns Politiker das immer wieder weis machen
wollen.
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