(ots) - Der Tüv hat in der Raffinerie Shell in Godorf und
Wesseling erhebliche Mängel festgestellt. So gebe es
"innerbetriebliche Schwachstellen bei der Überwachung des
ordnungsgemäßen Zustandes der Rohrleitungen", zitiert der "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Mittwoch-Ausgabe) aus einem Tüv-Gutachten.
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte diesen Bericht
vorgelegt. Demnach seien die Rohrleitungen zu selten geprüft und
"drohende Leckagen" nicht erkannt worden. Laut dem Gutachten sind nur
34 von 116 Rohrleitungen, durch die wassergefährdende Stoffe fließen,
ohne Mängel.
Vor gut zwei Jahren hatte Shell ein Leck an einer unterirdischen
Leitung festgestellt, wodurch fast 850 Tonnen Kerosin ins Erdreich
gelangt waren. In der Folge gab es fünf weitere Defekte an
oberirdischen Leitungen. Die Landesregierung fordert weitreichende
Konsequenzen. Die Leckagen seien ganz klar "unakzeptabel", erklärte
der stellvertretende Raffineriedirektor Wulf Spitzley. Das Shell-Werk
habe die Prüfungen jedoch extrem intensiviert und auch Leitungen
komplett erneuert.
Unterdessen steht die mutmaßliche Ursache für den Brand bei Shell
in Godorf im Januar fest. Beim Testbetrieb des Feuerlöschsystems ist
nach Angaben der Raffinerie ein Funke entstanden, der einen Tank mit
giftigem Toluol in Brand gesetzt habe. Der Tank war falsch
beschriftet. Die Ursachen für die fehlerhafte Beschriftung werden
nach Angaben von Spitzley derzeit noch untersucht, ebenso wie die
Tatsache, dass sich im aufgefangenen Löschwasser das hochgiftige PFOS
(Perfluoroctansulfonat) befand. "Das hat uns extrem überrascht. Wir
untersuchen, wie das passieren konnte", so Spitzley.
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