(ots) - Nach dem scharf kritisierten Vergleich Kardinal
Joachim Meisners zwischen der Glaubenskraft in Familien des
"Neokatechumenats" und muslimischen Familien sieht sich nun auch das
katholische Kolpingwerk von der Bistumsspitze herabgesetzt. Wie der
"Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe) berichtet, bekundet der
Vorstand des Kölner Kolping-Diözesanverbands sein Unverständnis
darüber, dass Weihbischof Ansgar Puff seine "Darstellung einer nicht
im Glauben lebendigen Kirche anhand von wegbrechenden
Kolpingsfamilien und katholischen Frauengruppen" vorgenommen habe.
Das sei "eine wenig hilfreiche Pauschalisierung", heißt es laut
"Kölner Stadt-Anzeiger" in einem Brief des Verbandsvorsitzenden
Martin Rose und des geistlichen Präses, Monsignore Winfried Motter,
an Puff. Das Schreiben liegt der Zeitung vor.
Die Kritik bezieht sich auf Aussagen des Bischofs Ende Januar in
Köln vor Angehörigen der Gemeinschaft des "Neokatechumenalen Weges",
der Puff selbst angehört. Dort war auch Meisner aufgetreten und hatte
zu den Mitgliedern der geistlichen Gemeinschaft gesagt, "eine Familie
von euch ersetzt mir drei muslimische Familien". Puff führte aus,
damit der Glaube in den Pfarreien auch jenseits der Sonntagsmesse
erlebbar bleibe, müssten kleine Gemeinschaften wie das
Neokatechumenat an die Stelle treten, die früher Gruppen wie Kolping
oder die Frauengemeinschaften innegehabt hätten, die aber heute
"wegbrechen".
Puff sprach auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger" von einem
Missverständnis, das er bedauere. Er kenne im Erzbistum
"quicklebendige, vorbildliche Kolpingfamilien" und schätze die Arbeit
des Verbands sehr. Seine abweichende Schilderung habe sich lediglich
auf eine "bittere eigene Erfahrung" in seiner früheren Pfarrei
bezogen. Ein vom Kolping-Vorstand erbetenes Gespräch sagte Puff
sofort zu.
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