(ots) - Geld ist nicht alles. Das gilt um so mehr für die
Familienpolitik. Zwar hat auch die Generation der 68er und ihrer
Nachfahren das alte Rollenverständnis nicht wirklich überwunden; zwar
verzichten Männer bis heute ungern auf Karriere, Geld, Macht; zwar
fällt es auch Frauen oft nicht so leicht, Domänen wie Haushalt und
Kindererziehung aufzugeben oder wenigstens mit Männern halbe halbe zu
machen. Dennoch kommt nicht überraschend, was "Bild am Sonntag" in
diesem Fall als Zentralorgan der deutschen Familie hinausposaunt:
Eltern ist eine solide, verlässliche Kinderbetreuung mehr wert als
Steuergeschenke oder Betreuungsgeld. Die Botschaft, die dahinter
steckt und schon lange bekannt ist aus Bildungsstudien: Mehr Kinder
kann der Staat sich nicht kaufen, dazu muss sich schon was ändern in
der Arbeitskultur im Staate Deutschland. Zwar haben Betriebe und
Arbeitsmarkt das Potenzial Frau entdeckt. Doch immer noch schlummert
eine zu große stille Reserve vor sich hin, weil die Gesellschaft
alten Muster verhaftet ist. Patriarchalische Strukturen stehen für
den alten Trott. Frauen machen immer noch 80 Prozent der Hausarbeit,
verdienen schlechter, sind sie in Führungsfunktionen noch immer
Exotinnen. Bisher funktioniert das Teilen des Lebens, von Arbeit,
Kindern, Wäschewaschen nur in den Kleinzellen Ehe und Partnerschaft.
Breiter gesellschaftlicher Konsens ist das Teilen der
Lebensbewältigungen nicht.
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