(ots) - Die Abfallgebühren sind im Vergleich zu den
Stromkosten erfreulich stabil. Trotz ähnlich umwälzender
Marktveränderungen. Das ist ein hohes Gut. Deshalb muss sich der neue
Abfallwirtschaftsplan nicht nur an theoretisch vernünftigen Zielen
des ökologischen Kreislaufs orientieren, sondern auch an
Zumutbarkeitsgrenzen für die Bürger. Das heißt: keine bessere
Reststoff-Verwertung um jeden Preis. Selbst für die deutschen
Weltmeister im Mülltrennen dürfte bei zu starren Vorgaben für die
Biotonne irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht sein. Höhere Gebühren
wegen zusätzlicher Abfuhrrhythmen oder neuer Verwertungsauflagen,
eine braune Zwangstonne für alle oder Berge stinkenden Biomülls im
Hochsommer - all das würde die Akzeptanz der Mülltrennung
untergraben. Umweltminister Remmel tut deshalb gut daran, im
vorsichtigen Dialog mit den Städten auszuloten, wie sich
Recyclingquoten ohne Mehrkosten und -aufwand erhöhen lassen. Mit
Freiwilligkeit und Gebührenanreizen ist in NRW eine Verwertungskultur
entstanden, die nicht gefährdet werden darf.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion(at)waz.de