(ots) - Die Sache an sich ist gut, der Name "Idiotentest"
despektierlich - aber sei's drum. In der Welt des Autofahrens geht es
mit Fluchen und Schreien am Steuer und wüsten Gesten gegenüber
anderen Verkehrsteilnehmern oft generell ein wenig rüde zu, ohne dass
man das gutheißen muss. Der besondere Wert der
medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) beginnt da, wo die
Rüpeligkeit aufhört und das Kriminelle anfängt, insbesondere bei
Alkoholfahrten. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass jene in der
Tiefe der deutschen Seele immer noch klammheimlich als eine Art
Kavaliersdelikt betrachtet werden, was ziemlich verheerend ist. Ein
Schluck zu viel kann Leben zerstören und Überlebende für ihr Leben
todunglücklich zurücklassen. Die konsequente Lösung dieses Problems
wäre eine Promillegrenze zwischen 0,0 und 0,2, bislang verhindert von
mächtigen Lobbygruppen. Umso wichtiger sind penible Kontrollen und
ein Instrument wie die MPU. Dass der Präsident des
Verkehrsgerichtstags, Kay Nehm, einen Satz wie "Die MPU hat keinen
guten Ruf in der Bevölkerung" verlautbart, ist kontraproduktiv und
schwer erträglich. Ermutigt werden damit im Ergebnis - von Nehm
sicher nicht gewollt - alle, die gerne mal ein Auge zudrücken bei
Alkohol am Steuer. Nehm war einst Generalbundesanwalt und auch in
dieser Funktion nicht unumstritten. Die MPU hat nicht die Aufgabe,
Beliebtheitspreise zu gewinnen. Was freilich sichergestellt sein
muss: Das Procedere bedarf ständiger Optimierung. Die gibt es, dazu
gehört auch Kritik an Einzelaspekten. Anlass, an der generellen
Rechtsstaatlichkeit der MPU zu zweifeln, gibt es jedoch nicht.
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