(ots) - Sachsen-Anhalts Lehrer machen nur spärlich Gebrauch
von den Angeboten der Gedenkstätten im Land, an die Nazi-Zeit und die
SED-Diktatur zu erinnern. Von den über 200 000 Besuchern, die
die Stiftung Gedenkstätten 2013 registrierte, stammten nicht einmal
zehn Prozent aus Schulklassen, sagte der Direktor der Stiftung, Kay
Langer. Und von den 17 600 Schülern kamen zudem nicht
alle aus Sachsen-Anhalt. Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD)
bestätigte gegenüber der MZ die Probleme: "Das stößt bei mir auf
offenen Ohren." 2013 habe das Ministerium zwar zum Jahr der
Pädagogik ausgerufen, um die Angebote der Gedenkstätten in den
Schulen publik zu machen, offenbar aber nur mit wenig Erfolg. "Mir
liegt jedoch sehr daran, wir brauchen einen lebendigen
Geschichtsunterricht", sagte Dorgerloh. Mit der sinkenden Zahl von
Zeitzeugen müssten um so mehr authentische Orte in den Mittelpunkt
des schulischen Interesses rücken. Doch wenn Lehrer mit ihren
Schulklassen etwa in Gedenkstätten fahren, dann eher nach Buchenwald
oder Sachsenhausen: "Das liegt wohl an einer Vorprägung vor 1989 bei
den Lehrern." Auch Landtagspräsident Detlef Gürth (CDU) erklärte, er
wünsche sich mehr Schulklassen in den Gedenkstätten: "Das sind
authentische Orte des Erinnerns." Und: "Gedenkstätten wirken
nachhaltiger als Geschichtsunterricht in der Schule."
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