(ots) - Neu ist das Phänomen der Cyberkriminalität nicht -
im Gegenteil: Das Bundeskriminalamt weist seit Jahren auf die
erhebliche Zunahme der kriminellen Umtriebe im Netz hin. Welches
gigantische Ausmaß solche Machenschaften sogar haben können, belegt
jetzt erneut die Warnung des Bundesamtes für Sicherheit über das
Abfischen von 16 Millionen E-Mail-Adressen und Passwörtern. Und
prompt sind die Deutschen hochgradig sensibilisiert.
Internet-Gangster sind genauso findig und technisch versiert wie die
Entwickler modernster Sicherheitssoftware. Das macht es so schwer,
ihnen das Handwerk zu legen. Und durch die Weite des Netzes sind die
Täter oft nur schwer oder gar nicht zur ermitteln. Deshalb gilt
zuallererst: Jeder User sollte im Umgang mit den eigenen Daten
höchste Vorsicht walten lassen. Das schützt zwar nicht immer vor
kriminellen Taten. Aber es minimiert das Risiko. Der NSA-Skandal hat
den Bewusstseinsschub, mehr auf die eigene Sicherheit zu achten, nur
langsam in Gang gesetzt. Es waren ja "nur" Geheimdienste, keine
Kriminellen. Der neue Vorfall macht die Gefahren jetzt aber für viele
konkret und fassbar. Das wurde auch Zeit. Datenklau ist allerdings
nur ein kleiner Teil dessen, was im virtuellen Raum stattfindet.
Erpressung, Geldwäsche, Kinderpornografie, hinzu kommt die Nutzung
des Internets durch Terroristen oder eben zum Zweck der Spionage. Wie
die Entwicklung effizient gebremst werden könnte, technisch und auch
rechtlich, ist vielfach noch ungeklärt. Fahnder klagen jedenfalls
häufig genug über einen Mangel an Möglichkeiten. Ob dem tatsächlich
so ist, und wie die Bürger besser geschützt werden können, muss daher
bei der neuen digitalen Strategie und geplanten Netzallianz der
Bundesregierung dringend zum Thema werden.
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