(ots) - Einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus,
der honduranische Kardinal Óscar RodrÃguez Maradiaga, hält die
Rückkehr des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst ins
Bistum für ausgeschlossen. "Ich weiß, dass viele Gläubige im Bistum
Limburg verletzt sind. Um offene Wunden zu heilen, schütte ich keinen
Alkohol darauf", sagte der Erzbischof von Tegucigalpa dem "Kölner
Stadt-Anzeiger". Er leide mit den deutschen Katholiken an den
Problemen in Limburg, so der Koordinator der Kardinalskommission, die
im Auftrag des Papstes an Strukturreformen der Kirchenleitung
arbeitet. "Wenn einer Fehler gemacht hat, soll er sich dazu bekennen,
um Entschuldigung bitten und sich einen anderen Platz suchen", führte
Maradiaga mit Blick auf Tebartz weiter aus. Der Papst hat dem wegen
des Neubaus seiner Bischofsresidenz, seines Führungsstils und eines
Luxusflugs nach Indien umstrittenen Bischof eine Auszeit auferlegt.
Ende Januar soll das Ergebnis einer Sonderprüfung der Bistumsfinanzen
vorliegen. Knapp ein Jahr nach Franziskus' Amtsantritt sieht
Maradiaga den vom Papst eingeschlagenen Reformkurs an einem "Point of
no return". Die Gegner des Papstes seien "Leute, die die
Wirklichkeit nicht kennen", so der Honduraner. Auf die pastoralen
Herausforderungen der Gegenwart - zum Beispiel im Bereich Ehe und
Familie - müsse die Kirche zeitgemäße Antworten geben, die "nicht
mehr aus Autoritarismus und Moralismus" stammten. Der
südamerikanische Kardinal ging in diesem Zusammenhang auf Distanz zum
Präfekten der Glaubenskongregation, dem designierten deutschen
Kardinal Gerhard Ludwig Müller. "In seiner Mentalität gibt es nur
richtig oder falsch, das war's. Ich aber sage: Die Welt, mein Bruder,
die Welt ist nicht so."
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