PresseKat - WAZ: Von der Leyens cleverer Einstieg. Kommentar von Miguel Sanches

WAZ: Von der Leyens cleverer Einstieg. Kommentar von Miguel Sanches

ID: 1003919

(ots) - Die Schusterin bleibt bei ihrem Leisten. Ursula von
der Leyen setzt als Verteidigungsministerin ihre ersten Akzente in
der Familienpolitik. Das ist aus drei Gründen clever. Erstens muss
sie Vorurteile widerlegen. Laut "Deutschlandtrend" halten 44 Prozent
der Bürger die CDU-Politikerin für keine gute Besetzung. Es war für
viele verstörend, dass sie Ministerin wurde, obwohl sie nicht vom
Fach ist. Von der Leyen geht mit solchen Urteilen um, indem sie sich
auf einem Feld profiliert, wo man ihr Kenntnisse und Sensibilität
nicht absprechen kann. Zweitens reitet sie kein Steckenpferd, sondern
spricht ein reales Problem an. Wohlgemerkt: Die Ansprache stimmt,
ersetzt aber kein Konzept. Dafür ist es zu früh. Von der Leyen wird
schon "liefern". Zumal die Klagen über die mangelnde Vereinbarkeit
von Dienst und Familie sich häufen. Die Bundeswehr muss mit der Zeit
gehen. Die Wehrpflichtarmee ist vorbei. Sie braucht Berufssoldaten
und Freiwillige. Sie muss mit der Wirtschaft konkurrieren. Da sind
"weiche Faktoren" gefragt. Das gesellschaftliche Umfeld hat sich
verändert. Immer mehr Frauen gehen einem Beruf nach. Das bedeutet:
Man muss nicht nur auf die Soldatinnen achten, sondern auch auf die
Frauen der Soldaten. Früher zogen sie bei jeder Versetzung mit -
heute häufen sich die Interessenkollisionen. Deshalb pendeln immer
mehr Soldaten zwischen Heimat- und Dienstort, woran die Familien
leiden. Kinder sind ein Thema, die Pflege älterer Angehöriger auch.
Diese Probleme sind lösbar. Drittens ist der Zeitpunkt günstig. Der
Abzug aus Afghanistan steht an, die gröbsten Härten durch die Reform
hat die Truppe hinter sich. Die Soldaten sind verunsichert. Die
Bundeswehr ist reif für die große Kümmerin, für von der Leyen.
Natürlich hat die Bundeswehr andere Sorgen, die Drohnen, Anfragen
nach weiteren Auslandseinsätzen. Von der Leyen kann schnell genötigt




werden, ihre Familienagenda hintanzustellen. Aber als neue
Herausforderung ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
glaubwürdiger als eine Initiative mit angelesenem Wissen etwa zur
Drohnenproblematik.



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Datum: 12.01.2014 - 19:12 Uhr
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