(ots) - Von Ingrid Thoms-Hoffmann
Heidelberg. Gegen Wolfgang Fürniß, den ehemaligen
Wirtschaftsminister von Brandenburg ermittelt die Heidelberger
Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Betrug. Das bestätigte die
Behörde gestern auf Anfrage der in Heidelberg erscheinenden
Rhein-Neckar-Zeitung (Samstagausgabe). Nach Informationen der RNZ
soll der 69-Jährige mindestens sieben Geschäftsleute aus der Region
um Heidelberg geschädigt haben. Dabei soll es insgesamt um eine Summe
von etwa 800 000 Euro gehen. Fürniß, von 1984 bis 1992 auch
Oberbürgermeister von Wiesloch, wird vorgeworfen, den Geschädigten
unter anderem lukrative Beteiligungen an Anlageobjekten versprochen
zu haben, bei anderen erbat er nach RNZ-Informationen ein Darlehen
für einen "lebenswichtigen medizinischen Eingriff" in den USA. Von
den geliehenen Geldern sahen die Finanziers keinen Cent wieder. Sie
erstatten Anzeige bei der Kriminalpolizei. Um den CDU-Politiker war
es ruhig geworden, nachdem er 2002 aus dem Amt als
Wirtschaftsminister unter der Regierung des damaligen
Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) ausschied. Der Grund war
die Annahme eines privaten Millionenkredits aus den Vereinigten
Arabischen Emiraten. Fürniß sprach damals von einem
"Freundschaftsdienst" eines Scheichs, um seine persönlichen Schulden
zu bezahlen. Die Staatsanwaltschaft kam nach zweijährigen
Ermittlungen zu dem Schluss, dass dem Minister keine Bestechlichkeit
vorzuwerfen sei. Die Vorwürfe waren in Zusammenhang mit dem Bau einer
in Frankfurt an der Oder geplanten Chipfabrik, laut geworden, bei der
die Regierung in Dubai als einer der Hauptinvestoren im Gespräch war.
Wirbel um den CDU-Politiker hatte es schon einige Jahre vorher
gegeben, als er sich unrechtmäßig "Professor" nannte. Eine
US-amerikanische Universität hatte ihm den Titel verliehen, der in
Deutschland nicht anerkannt wurde. Im Heidelberger OB-Wahlkampf, den
er 1998 für die CDU verlor, nannte er sich nur noch "Dr. Fürniß".
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