(ots) - Ja, klar. Andrea Nahles ist jetzt Arbeitsministerin
in der Großen Koalition. Und als solche muss sie schlechte
Nachrichten als gute verkaufen. Doch ihr Statement zur aktuellen
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schießt über das Ziel hinaus. Denn
»wetterfest«, wie es Nahles sagt, ist der Arbeitsmarkt nicht.
Vielmehr dümpelt er seit geraumer Zeit nur noch vor sich hin. Die
Zahl der Erwerbstätigen ist zwar auch im vergangenen Jahr wieder
gestiegen, was Berufsoptimisten als Erfolgsmeldung verkaufen. Die
Arbeitslosigkeit steigt aber gleichzeitig wieder an. Zudem sind viele
drängende Probleme noch immer nicht gelöst. Berücksichtigt man etwa
die Menschen, die von der Bundesagentur für Arbeit in Maßnahmen
geparkt wurden, so waren letztes Jahr nicht wie offiziell gemeldet
2,95 Millionen, sondern rund 3,9 Millionen Menschen ohne Job. Da
schwindet für Langzeitarbeitslose die Perspektive, doch noch einmal
ins Erwerbsleben wechseln zu können. Und weil der Mindestlohn
wahrscheinlich erst verspätet und löchrig wie ein Schweizer Käse
kommen wird, wird auch der Niedriglohnsektor nicht eingeschränkt. So
findet mancher Arbeitslose zwar noch einen Job, leben kann er davon
häufig aber nicht. »Wetterfest« ist der Arbeitsmarkt also bei Weitem
nicht. Das würde nämlich bedeuten, dass er einen möglichen
Krisensturm unbeschadet überstehen kann. Und danach sieht es bei den
ganzen Baustellen nicht aus.
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