(ots) - Wenn Horst Seehofer eines gar nicht mag, dann sind
das Widerworte. Und wenn sie aus den eigenen Reihen kommen, dann gibt
es postwendend kräftig eins auf die Ohren. Und wenn die Sache auch
noch ein Thema betrifft, zu dem er außer "Nein" oder "so nicht"
bislang nichts beigetragen hat, dann gibt es ein dickes rotes Minus
im Notizbuch des CSU-Vorsitzenden. Ilse Aigner kennt ihren Chef sehr
genau und eine Streitbare ist sie eigentlich auch nicht. Warum also
bricht sie kurz vor der Heerschau der Weiß-Blauen in Wildbad Kreuth
einen Streit vom Zaun, den sie nicht gewinnen kann und das auch noch
mit einem Vorschlag zur Finanzierung der Energiewende, der in Berlin
sofort in den Mülleimer wandern würde, hätte ihn Horst Seehofer nicht
schon gestern geschreddert. Was er mit seiner Wirtschaftsministerin
anstellen wird, braucht den Rest der Republik nicht weiter zu
kümmern. Sehr wohl aber, ob er zur Energiewende etwas Konstruktives
beitragen wird. Und da sieht es bislang ziemlich düster aus. Damit
sind wir bei der Großen Koalition und ihrem heimlichen Star Sigmar
Gabriel. Der will bis Ostern erarbeiten, wie er das in seiner
jetzigen Form unbrauchbare Erneuerbare-Energie-Gesetz reformieren
will. Dass er dabei verschiedenen Ministerpräsidenten - hoffentlich
auch seinen eigenen - auf die Füße treten wird, ist klar. Horst
Seehofer hat also nicht viel Zeit, einen bayerischen Beitrag ins
Spiel zu bringen, der in Berlin angenommen wird und zu Hause Applaus
verspricht. Weil sein Ziehkind Ilse gepatzt hat, muss er nun selbst
ran. - Bleibt zu hoffen, dass er damit so beschäftigt ist, dass er
keine Zeit mehr hat, sich beim Thema Zuwanderung noch weitere
populistische Unsäglichkeiten wie "wer betrügt, fliegt" einfallen zu
lassen.
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