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Der Wunsch nach nahtlosem Reisen und woran es in der Realität scheitert / BearingPoint-Studie skizziert Status und Perspektiven von Mobilitätsplattformen für eine flächendeckende Integration

ID: 1504161

(ots) - Reisende - ob Pendler oder Touristen, ob
Nutzer des Nah- oder Fernverkehrs - alle erwarten nahtlose und
multimodale Transportangebote. Aber wie stehen die Betreiber des
öffentlichen Personenverkehrs dazu? Das BearingPoint Institute, die
Forschungseinrichtung der Unternehmensberatung BearingPoint, befragte
59 Verkehrsbetreiber sowie Vertreter von IT- bzw. Internetfirmen in
diesem Sektor aus neun europäischen Ländern sowie aus Japan und den
USA zu ihrer Sicht auf intermodale Mobilitätsplattformen. Zudem
wurden acht ausführliche Experteninterviews mit Entscheidern geführt.
Obwohl eine deutliche Mehrheit die Unausweichlichkeit von
multimodalen, durchgehenden Reiseketten bestätigt, bemängelt der
gleiche Prozentsatz (85 Prozent) eine Reihe von Hürden, die dem noch
entgegenstehen.

Der neue BearingPoint Institute Report untersucht sowohl diese
Hindernisse als auch die Möglichkeiten, die sich aus dem Aufbau von
Mobilitätsplattformen ergeben. Dabei gehen die Autoren der Frage
nach, warum derzeit noch keine flächendeckenden, intermodalen
Mobilitätsplattformen existieren. Gleichzeitig zeigen sie Wege zur
Überwindung der bestehenden Hürden auf.

Hindernisse eines Transport-Ökosystems

Auf Grundlage der Studienergebnisse ergaben sich drei
Haupthindernisse. Erstens: Geschäftsmodelle sind unklar und noch
nicht ausgereift. Eine unsichere Kapitalrendite (ROI) hält
Entscheider davon ab, notwendige Ressourcen in eine umfassende
Mobilitätsplattform zu investieren. Da es noch kein multifunktionales
Musterbeispiel gibt, bestätigen Experten die Schwierigkeit, die
Konsequenzen eines Plattform-Projekts richtig einzuschätzen.

Zweites Haupthindernis sind technische und steuerungsspezifische
Hürden: Datensicherheit, -integration und -management. Es besteht ein
großes Problem, die physische Transportinfrastruktur mit einer




digitalen Infrastruktur zu kombinieren, um Prozesse wie den
Fahrkartenkauf, Zahlungsverkehr und Validierungsdienste sicher zu
ermöglichen. Die Komplexität und der Umfang dieser Herausforderungen
übersteigt bis heute die Fähigkeiten der Verkehrsdienstleister
beziehungsweise Behörden. Ein Beispiel ist die Problematik des
Echtzeit-Datenmanagements.

Dritte Herausforderung ist die schwach ausgeprägte Zusammenarbeit
zwischen den verschiedenen Interessensgruppen. Die übliche
Wettbewerbsdynamik spielt wenig überraschend ebenfalls eine Rolle: 55
Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass intramodale
Rivalität die traditionellen öffentlichen Personenverkehrsbetriebe
davon abhält, zu kooperieren und gemeinsam gegen disruptive
Mobilitätsanbieter vorzugehen. Da aber Kooperationen die Basis für
den Betrieb von Plattformen sind, haben die bestehenden Widerstände
die Entwicklung der multimodalen Mobilität bisher verlangsamt.

Aber selbst unabhängig vom Wettbewerb untereinander hat jede
Interessensgruppe ihre Gründe zu zögern. Verkehrsunternehmen werden
beispielsweise an ihrer Servicequalität gemessen. Daher sind sie
vorsichtig, ihre Dienste im Verbund mit externen Dienstleistern
anzubieten. Zudem lehnen sie die Vorstellung entschieden ab, zu einem
bloßen "Lohnkutscher" herabgestuft zu werden. Bei der Deutschen Bahn
beispielweise sieht man diesen Trend als Gefahr, aber zugleich auch
als Chance. So hat der Konzern mit Qixxit ein eigenes
Mobilitätsportal aufgebaut, um die verkehrsverbund- und
verkehrsmittelübergreifende Reiseplanung für den Fahrgast zu
verbessern. Hier sind auch konkurrierende Mobilitätsanbieter
vertreten - man hält aber die Option, den direkten Kundenzugang zu
sichern.

Was sollten Betreiber tun?

Die Studie untersucht vorrangig, wie die Hemmnisse des kollektiven
Handelns überwunden werden können, da die Kluft zwischen den
verschiedenen Stakeholdern in der Transportbranche als Hauptproblem
gesehen wird. Tatsächlich ist den Entscheidern die Vielzahl an
Möglichkeiten, die sich aus Kooperationen ergeben, nicht entgangen.

Basierend auf der Studie, schlägt BearingPoint eine Reihe von
Maßnahmen vor, darunter:

- Umsetzung der Plattform-Technologie: Sie ist verfügbar und hat
sich in anderen Branchen bewährt. Folglich sollte auch weiterhin
in Plattformen investiert werden, denn die Kundennachfrage ist
da.

- Testen und Lernen: Die übliche Vorgehensweise "Entwerfen - Bauen
- Betreiben" ist nicht der ideale Ansatz. Der Einstieg in das
Plattform-Geschäft erfordert ein agiles Modell bestehend aus
Testen und Lernen. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens eine
schnelle Rückmeldung aus dem Markt, für welche Dienstleistungen
die Kunden zu bezahlen bereit sind. Zweitens die progressive
Ãœberwindung der Kluft zwischen "alten" Verkehrs-Ingenieuren und
den "neuen" Digital Natives (Millenials). Dies bedeutet
zugleich, dass man auf den kulturellen Wandel vorbereitet und
diesen auch ernst nehmen muss.

- Schnell reagieren: Das Geschäftsmodell von Plattformen basiert
auf Volumen und Marktdominanz, der Erstanbieter hat von daher
einen offensichtlichen Vorteil. Zu langes Abwarten kann also zum
Verlust von Marktanteilen führen.

"Die Studie zeigt, dass sich die verschiedenen Interessensgruppen
einigen müssen, wenn sie die Vorteile digitaler Plattformen nutzen
wollen. Schließlich können sie nur so ganzheitliche und vernetzte
Services anbieten. Es liegt an den nationalen und internationalen
Behörden, den Verkehrsbetreibern und IT- bzw. Internetfirmen, die
Lücke zwischen dem, was sie erreichen wollen, und der Nutzung
digitaler Plattformen durch engere Zusammenarbeit und gesteigerte
Innovation zu schließen", kommentiert Kai Wächter, Leiter Public
Services bei BearingPoint in Deutschland.

Die Studie des BearingPoint Institute ist unter folgendem Link
verfügbar: http://ots.de/PJO2q

Ãœber BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und
Technologieberatung mit europäischen Wurzeln und globaler Reichweite.
Das Unternehmen agiert in drei Bereichen: Consulting, Solutions und
Ventures. Consulting umfasst das klassische Beratungsgeschäft,
Solutions fokussiert auf eigene technische Lösungen in den Bereichen
Digital Transformation, Regulatory Technology sowie Advanced
Analytics, und Ventures treibt die Finanzierung und Entwicklung von
Start-ups voran. Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit
führenden Unternehmen und Organisationen. Das globale
Beratungs-Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 10.000 Mitarbeitern
unterstützt Kunden in über 75 Ländern und engagiert sich gemeinsam
mit ihnen für einen messbaren und langfristigen Geschäftserfolg.

Weitere Informationen:

Homepage: www.bearingpoint.com
Toolbox: http://toolbox.bearingpoint.com/de/digitalisierung
LinkedIn: http://www.linkedin.com/company/bearingpoint
Twitter: (at)BearingPoint



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