(ots) - Edward Snowden, dessen Asyl in Russland
voraussichtlich in sechs Monaten abläuft, kann sich vorstellen, in
Deutschland zu leben, sofern er ein entsprechendes Asylangebot
bekäme. "Ich habe großen Respekt vor Deutschland", so Snowden in
seiner E-Mail-Korrespondenz mit dem Hamburger Magazin stern, das
wegen der Weihnachtstage bereits an diesem Montag erscheint. Die
Sorge vor einer Auslieferung an die USA teilt er nicht. "Keiner in
der deutschen Regierung glaubt ernsthaft, die USA würden Deutschland
sanktionieren, weil es einem prominenten Kritiker ungesetzlicher
Überwachung Asyl gewährt. Das würde am Ende den USA mehr schaden als
Deutschland."
Mit der Debatte, die er durch seine Enthüllungen angestoßen hat,
sei er zufrieden, so Snowden: "Veränderung kommt, aber nicht über
Nacht." Den Reformwillen des US-amerikanischen Parlaments hält er
allerdings für begrenzt. "Die Mitglieder des Geheimdienstausschusses
im Kongress jubeln den Nachrichtendiensten noch immer eher zu, als
dass sie diese im Zaum halten", so Snowden.
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