(ots) - Nachdem Richard O'Barry im letzten Jahr einen Oscar
für den Dokumentar-Spielfilm "Die Bucht" bekam, soll der 72-jährige
am Donnerstagabend in Wiesbaden mit einem Bambi geehrt werden.
Zehn Jahre seines Lebens trainierte O'Barry Delfine. Unter anderem
auch für die Fernsehserie "Flipper". Als der Flipper-Delfin Kathy
nach Ende der Serie 1970 in seinen Armen starb, konvertierte der
Delfintrainer zum weltbekanntesten Delfinschützer. O'Barry fühlt sich
mitverantwortlich für die weltweit eröffneten Delfinarien nach der
Fernsehserie. Für die Delfinarienbetreiber ein Millionengeschäft -
für die Delfine eine lebenslange Gefangenschaft.
Spätestens seit dem spannenden Kinofilm "Die Bucht" veränderte
sich das Bewusstsein vieler Zuschauer über Delfin-Gefangenschaften.
Der Film zeigt die blutige Delfintreibjagd in Taji/Japan die unter
Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Die schönsten und
stärksten von rund 20.000 jährlich zur Jagd freigegebenen Delfine in
Japan landen weltweit in Delfinarien. Die Delfinarien-Delfine
finanzieren praktisch die Delfinjagd, da der Stückpreis der
antrainierten Tiere bis zu 150.000 Dollar beträgt.
In Deutschland unterstützt der bekannte Delfinschützer die beiden
Tierschutz-Organisationen ProWal und das Wal- und Delfinschutz-Forum
(WDSF). Als Kuratoriumsmitglied des WDSF beteiligte sich O'Barry in
den vergangenen Jahren an mehreren Aktionen und Vorträgen der
deutschen Tierschützer.
Im Allwetterzoo Münster deckten die Delfinschützer Haltungsmängel
auf, sodass das Delfinarium in 2012 schließen muss. Sie fordern, dass
die beiden letzten Zoo-Delfinarien in Duisburg und Nürnberg ebenfalls
geschlossen werden. Das WDSF reichte wegen vermutlich 60 vorzeitig
verstorbener Delfine jetzt Verwaltungsgerichtsklage gegen den Zoo
Duisburg ein. Seit Monaten tobt ein intensiver Streit zwischen
ProWal/WDSF und dem Schweizer Vergnügungspark-Delfinarium Connyland,
das sechs Delfintodesfälle in den letzten drei Jahren verzeichnete.
In der Türkei deckten die Organisationen mit O'Barry
Taiji-Delfinimporte auf und erreichten zwei Schließungen.
Der US-Amerikaner fühlt sich durch die Bambi-Nominierung sehr
geehrt und hofft durch den Öffentlichkeitseffekt, dass in Deutschland
und der Schweiz keine Besucher mehr Eintrittskarten für Delfinarien
kaufen.
Pressekontakt:
WDSF Jürgen Ortmüller Tel.:015124030952