(ots) - Sie sind erst drei, können aber einen
Troodontidae-Dino von einem Macronaria unterscheiden. Sie halten
altkluge Vorträge über Autos oder Flugzeuge und reden wie ein
Wasserfall... Steckt dahinter vielleicht eine Hochbegabung? Eher
selten, berichtet die Zeitschrift ELTERN in ihrer aktuellen Ausgabe
(9/11 ab morgen im Handel).
Grund dafür ist, dass man diese Diagnose in dem frühen Alter im
Regelfall noch nicht stellen kann, weil der IQ mit drei Jahren noch
nicht stabil ist. Alles ist im Fluss, unzählige Nervenzellen
entstehen, vernetzen sich, andere Verbindungen werden wieder gekappt.
Relativ stabil ist der Wert mit frühestens fünf Jahren - und erst mit
zwölf finden kaum noch größere Veränderungen im IQ statt.
Auch die vielen Mythen, die sich bei uns um den Begriff
Hochbegabung ranken - etwa: Hochbegabte Kinder sind
verhaltensauffällig, schnell gelangweilt und brauchen weniger Schlaf
-, seien "Unsinn", so der Marburger Entwicklungspsychologe Prof.
Detlef H. Rost in ELTERN. "Kinder mit sehr hohem IQ verhalten sich
nicht deutlich anders als Kinder mit durchschnittlicher Intelligenz."
Prof. Rost warnt Eltern davor, mit ihren Kindern zu ehrgeizig zu
sein: "Sie brauchen als Dreijährige keinen Englisch- oder
Italienischunterricht. Diese verschulte Art der Förderung im
Kleinkind- und Kindergartenalter nützt nichts, sie schadet eher. Was
die Kinder brauchen, sind viele Anlässe, um mit Erwachsenen zu reden.
Und eine Umwelt voller Anregungen, die ihre Neugier stimuliert und
die sie erforschen können."
Und was das Dino- oder Auto-Spezialwissen betrifft: Gerade kleine
Kinder neigen dazu, sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen,
und werden schnell Experten - eine Hochbegabung brauchen sie dazu
nicht.
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Andrea Wagner
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