PresseKat - "Rote Karte" für Hannover 96: Deutsche Umwelthilfe deckt monatelange Verbrauchertäuschun

"Rote Karte" für Hannover 96: Deutsche Umwelthilfe deckt monatelange Verbrauchertäuschung durch Vereinsführung auf

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(ots) - DUH veröffentlicht Umweltranking zur
Abfallvermeidung in Bundesligastadien - Hannover 96 rückt von der
selbst beworbenen Kompostierung von Bioplastikbechern ab - Fanclubs
sollen Vereinsführung zu Ehrlichkeit und Umweltschutz bewegen

Zum ersten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) den Einsatz
von Getränkebechern in Bundesligastadien aus ökologischer Sicht
bewertet. Das Ergebnis: Nur sieben Vereine erhalten die "Grüne Karte"
für den Getränkeausschank in umweltfreundlichen Mehrwegbechern. Zehn
Clubs sehen dagegen für den Einsatz unökologischer
Einweg-Kunststoffbecher "Rot". Ein Bundesligist erhält die "Gelbe
Karte", weil er für den Getränkeausschank teilweise Mehrweg benutzt.
Hannover 96 ist abgeschlagen letzter in der Umwelttabelle, weil der
Verein unökologische Einwegbecher aus Bioplastik verwendet und
Falschaussagen zu deren angeblicher Kompostierung verbreitete.

Der Fußballverein Hannover 96 hat in der vergangenen Woche
erklärt, die Kompostierung der in der HDI-Arena eingesetzten
"Bioplastikbecher" zum Ende der Hinrunde zu beenden. Die DUH
bezweifelt seit Monaten die bisherigen Aussagen der Vereinsführung
zur Becherkompostierung und fordert Nachweise. Nach Einschätzung des
Umwelt- und Verbraucherschutzverbands gesteht der Verein in seinem
Schreiben an die DUH vom 13. Oktober 2014 durch die Abkehr von der
Becherkompostierung die monatelange Täuschung der Öffentlichkeit und
der Fans ein. Hannover 96 hatte zum diesjährigen Saisonauftakt für
den Getränkeausschank Mehrwegbecher durch neue Einwegbecher aus dem
Biokunststoff Polylactid (PLA) ersetzt und diese als besonders
ökologisch beworben, weil sie kompostiert werden sollten.

Entgegen der DUH-Kritik, der sich auch die Fanclubs von Hannover
96 anschlossen, kündigte der Verein jetzt an, die PLA-Einwegbecher




beizubehalten. Mit Beginn der Rückrunde 2014/2015 sollen die
Kunststoffbecher nicht mehr kompostiert, sondern recycelt werden.
"Hannover 96 mag in der Bundesliga aktuell den siebten Platz belegen.
Beim Umweltschutz und der Vermeidung von Abfällen ist der Verein klar
Tabellenletzter", erklärt der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
"Der Club hat die Öffentlichkeit und seine Fans über Monate mit der
Kompostierung seiner Getränkebecher in besonders dreister Weise
getäuscht und sich selbst als Öko-Fußballverein inszeniert. Das jetzt
angekündigte zukünftige Recycling dieser Becher, ohne dass es in
Deutschland entsprechende Anlagen gibt, zeigt ein besonderes Maß an
Verlogenheit."

Das angekündigte Recycling der Bioplastikbecher ist aus Sicht der
DUH zweifelhaft. "Erfahrungen bei der Getrenntsammlung von
PLA-Bechern haben gezeigt, dass dies in der Praxis nicht
funktioniert. Der größte Teil der Becher landet im Restmüll und wird
der Verbrennung zugeführt", sagt der DUH-Bereichsleiter für
Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Wenn Hannover 96 es mit dem
Umweltschutz wirklich ernst meint, dann sollte der Verein umgehend
auf Mehrwegbecher umstellen.

Hintergrund

Der Anbau und die Verarbeitung der pflanzlichen Rohstoffe für
PLA-Becher verursachen erhebliche Umweltbelastungen. Außerdem
entstehen bei einer Kompostierung aus dem aufwändig produzierten
Kunststoff lediglich Kohlenstoffdioxid und Wasser. Es werden keine
pflanzenverfügbaren Nährstoffe freigesetzt und auch kein Humus
aufgebaut. Die Kompostierung ist damit sinnlos. Die konsequente
Verwendung von Mehrwegbechern könnte allein in der ersten Bundesliga
pro Saison über sieben Millionen Einwegbecher einsparen und deren
produktions- und entsorgungsbedingte CO2-Emissionen mehr als
halbieren. Eine Ãœbersicht aller Bechersysteme in der 1.
Fußballbundesliga zu Beginn der Saison 2014/2015 sowie das
DUH-Hintergrundpapier zu Getränkebechern finden Sie hier:
http://l.duh.de/p311014a

DUH im Internet: www.duh.de, Twitter:
https://twitter.com/Umwelthilfe



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch(at)duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer(at)duh.de

Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen(at)duh.de


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Datum: 31.10.2014 - 11:10 Uhr
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