BERLINER MORGENPOST: Datenrecht auf Selbstbestimmung/ Ein Leitartikel von Jens Anker
(ots) - Die Berliner Behörden hörten im vergangenen Jahr
mehr als 1,5 Millionen Telefongespräche ab und fragten mehr als
10.000 Mal die Kontodaten ihrer Kunden ab. Tendenz stark steigend. In
jedem einzelnen Fall mag die Abfrage formal korrekt gewesen sein.
Befremdlich ist allerdings, dass derart massive Eingriffe auch für
relativ banale Fragen genutzt werden. Ist es tatsächlich
gerechtfertigt, bei der Frage, ob ein Student 100 Euro oder 120 Euro
Bafög erhält, bei den Banken die Kontodaten zu erfragen? Es entsteht
der unangenehme Verdacht, dass angesichts der Datensammelwut alle
Menschen irgendwie verdächtig sind. Denn wer nichts zu verbergen hat,
der braucht sich auch nicht davor zu fürchten. Doch das ist nicht mit
einem Rechtsstaat zu vereinbaren, der jedem Menschen eine Reihe von
Grundrechten zusichert, die ihn vor dem willkürlichen Zugriff des
Staates schützt.
Der ganze Leitartikel im Internet: www.morgenpost.de/129834050
Pressekontakt:
BERLINER MORGENPOST
Chef vom Dienst
Telefon: 030/2591-73650
bmcvd(at)axelspringer.de
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Datum: 05.07.2014 - 19:16 Uhr
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