(ots) - Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat angesichts
der Meldungen zum Krankenhaus "Auf der Bult" in Hannover die
medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland als zu
"restriktiv" kritisiert. Im Kinderkrankenhaus "Auf der Bult" soll
eine aus Ghana stammende Frau mit ihrem erkrankten Säugling
abgewiesen worden sein. Das Kind starb. Kai Weber vom Flüchtlingsrat
sagte der Nachrichtensendung "NDR aktuell" im NDR Fernsehen,
Flüchtlinge würden immer wieder abgewiesen, weil sie keinen
Krankenschein hätten oder "weil eine Behandlung angeblich nicht nötig
ist".
Das Asylbewerberleistungsgesetz legt fest, dass Menschen nur dann
eine ärztliche Behandlung bekommen, wenn eine "akute Erkrankung oder
Schmerzzustände" vorliegen. Kai Weber weiter: "Diese Formulierungen
verunsichern Ärzte und Krankenhäuser und führen dann dazu, dass sich
Verwaltungsangestellte absichern wollen und einen Krankenschein
fordern." Eine unnötige Hürde, die dazu beitrage, dass der
Gesundheitszustand Betroffener sich verschlechtere.
Der Flüchtlingsrat Niedersachsen fordert eine Krankenkarte für
alle Flüchtlinge in Deutschland, Vorbild sei das Land Bremen. Auch
das diskriminierende Asylbewerberleistungsgesetz solle abgeschafft
werden, so Weber. Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht
bereits 2012 festgestellt, dass das Gesetz gegen die Menschwürde
verstoße.
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