(ots) - Erheblichen Reformbedarf sieht der renommierte
Kirchenhistoriker Christoph Markschies auch in der evangelischen
Kirche. Deren Strukturen müssten besser an die Lebenswirklichkeit
angepasst werden, sagte der in Berlin lehrende Universitäts-Professor
der Thüringischen Landezeitung (TLZ), Weimar, in einem Interview
(Samstagsausgabe). "Wir haben die Landeskirchen teilweise in einer
Landkarte der Zeit vor 1918 konserviert", konstatierte er mit Blick
auf weitere bevorstehende Fusionen. Thüringen und Sachsen -
inzwischen zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschland vereint -
nannte er als Vorbild. Außerdem wären seiner Ansicht nach Dienste,
die derzeit den Pfarrern obliegen, zunehmend auf Gemeindemitglieder
zu verteilen. Die Glaubensvermittlung möchte Markschies auf eine
breitere Basis gestellt sehen: "Wir haben das zu sehr den Fachleuten
überlassen. Bei Luther heißt es, diese Aufgabe komme dem Hausvater
zu. Sie kommt aber allen Christenmenschen zu."
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