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Alkohol am Arbeitsplatz: Wegschauen ist keine Lösung

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Deutschlands Krankenkassen schlagen Alarm: Immer mehr Männer und Frauen greifen wegen Überlastung am Arbeitsplatz zur Pille oder zur Flasche. Suchtbedingte Krankheiten häufen sich. Alleine Alkoholmissbrauch führt zu vier Millionen Fehltagen im Jahr, die Folgekosten der Sucht gehen in die Milliarden. Prävention und Intervention tun not.

(firmenpresse) - Alkohol und Arbeit in Deutschland

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt, dass 5 von 100 deutschen Arbeitnehmern als alkoholkrank eingestuft werden müssen. 11 Prozent aller Angestellten trinken täglich während der Beschäftigungszeit Alkohol und 10 Prozent gelten als stark gefährdet.

Alkoholprobleme kommen bei beiden Geschlechtern und auf allen Bildungs- und Hierarchiestufen vor. Eine Häufung von Alkoholproblemen ist bei Männern und Frauen mittleren Alters (35 bis 55 Jahre) feststellbar.

Alkoholkonsum während der Arbeit wird durch permanente Über- oder Unterforderung sowie Stress gefördert. Manager trinken eher als ihre Angestellten, Singles eher als Verheiratete. Und neben Schichtarbeitern sind vor allem Angestellte in stressigen Berufen gefährdet.

Promille-Alarm im Betrieb

Alkohol und Arbeit passen nicht zusammen. Mehr noch: Alkohol bei der Arbeit ist gefährlich und schädlich. Und das auch schon in geringen Mengen. Denn bereits ab 0,5 Promille lassen Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsvermögen sowie Hör- und Sehvermögen nach. Gleichzeitig nimmt die Neigung zur Selbstüberschätzung zu.
Ab 0,8 Promille verengt sich das Blickfeld erheblich, es kommt zum Tunnelblick. Die Wahrnehmung von Gegenständen und das räumliche Sehen nehmen genau so ab wie die Konzentrationsfähigkeit. Die Reaktionszeit verlängert sich um die Hälfte. Die Koordination wird zur echten Herausforderung. Denken fällt (noch) schwerer.

Unter Alkoholeinfluss kommt es nicht nur zu Ärger mit den Aufgaben oder den Mitarbeitern, sonder unweigerlich auch zu Fehlern bei der Arbeit oder zu Unfällen. Experten schätzen, dass dreißig Prozent aller Arbeits- und Wegeunfälle durch alkoholisierte Personen verursacht werden.

Alkoholmissbrauch führt zu gravierenden Ertragseinbussen im Betrieb. Untersuchungen haben ergeben, dass die Leistungsfähigkeit von Menschen, die zu viel trinken, um etwa 25 Prozent sinkt. Und dass Alkoholiker 16 Mal häufiger auf der Arbeit fehlen und sich 2,5 Mal öfter krank schreiben lassen.





Wegschauen ist keine Lösung

Sucht am Arbeitsplatz ist keine Seltenheit. Beratung und Hilfsangebote für Betroffenen sind hier eher bescheiden – zumal es nicht einfach ist, die Sucht zu erkennen. Und selbst wenn Mitarbeiter und Kollegen auffällig werden – z.B. durch eine „Alkoholfahne“, Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit, Leitungsschwankungen oder mehr Ab- als Anwesenheit, werden die Anzeichen für ein mögliches Alkoholproblem ignoriert, entschuldigt oder kaschiert.

Kollegen aber auch Arbeitgeber schauen lieber weg, obwohl Letztere hauptverantwortlich für den Gesundheitsschutz im Betrieb sind. Und dazu zählen auch Alkohol-/Suchtprävention und Suchthilfe.

Natürlich kann sich nicht jeder Betrieb einen eigenen „Gesundheitslotsen“ leisten, aber jeder Arbeitgeber kann die Belegschaft auf die Gefahren des Alkoholkonsums im Betrieb aufmerksam machen und über Sucht und Folgen informieren, zum Beispiel durch Vortäge oder Kurse. Und er kann durch persönliche Gespräche und Hilfsangebote seiner Fürsorgepflicht im Umgang mit einem alkoholauffälligen Mitarbeiter nachkommen.

Der erste Schritt: Das ehrliche Gespräch

Alkoholfahne bei Dienstbeginn oder der Flachmann in der Westentasche – was tun? Wenn wir bei einem Mitarbeiter oder Kollegen regelmässig und über einen längeren Zeitraum beobachten, dass er zu viel trinkt, können wir daraus schließen, dass zumindest ein Alkoholmissbrauch vorliegt. Und je früher wir den Betroffenen darauf ansprechen, desto besser.

Wie? Wir sollten zu einem passenden Zeitpunkt ein ebenso vertrauliches wie ehrliches und offenes Gespräch mit der betreffenden Person suchen. Dabei sollten wir nicht um den heissen Brei herumreden, sondern klipp und klar sagen, dass wir den Verdacht auf ein Alkoholproblem haben und darüber besorgt sind.

Wir müssen unserem Gegenüber die Anzeichen und Indizien erklären, die für eine Erkrankung sprechen. Wir dürfen keine Moralpredigt halten und den Betroffenen nicht verurteilen, müssen ihm aber klar die Konsequenzen aufzeigen und – ganz wichtig - ihm unsere Hilfe anbieten.

Übrigens: Eine Alkoholsucht entwickelt sich meist über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Je früher ein Suchtproblem entdeckt wird, desto grösser ist die Heilungschance.

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Datum: 18.11.2013 - 17:00 Uhr
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