PresseKat - Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Karlsruhe prüft EZB-Geldpolitik Die Schmerzen der Bundesb

Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Karlsruhe prüft EZB-Geldpolitik
Die Schmerzen der Bundesbank
HANNES KOCH, BERLIN

ID: 888808

(ots) - Europa ist größer geworden, die Bundesbank
kleiner. Die deutsche Notenbank, die früher die D-Mark herausgab, ist
heute nur noch ein Teil des europäischen Währungssystems. Daran
leidet die altehrwürdige Institution. Einen ähnlichen Schmerz
empfinden auch manche Richter am Bundesverfassungsgericht. Die Angst
vor Machtverlust bildet die Triebfeder des Verfahrens, das am
Verfassungsgericht in Karlsruhe stattfindet. Dabei bestreiten die
Kläger, etwa CSU-Politiker Peter Gauweiler und
Ex-SPD-Justizministerin Helga Däubler-Gmelin, der Europäischen
Zentralbank (EZB) das Recht, zu sagen, was die Notenbanken der 17
Euro-Staaten tun sollen. Doch der Auftrag der EZB besteht darin, die
gemeinsame Währung Euro zu sichern und die Preisstabilität des Geldes
aufrechtzuerhalten. Im Rahmen dieses Mandats hat EZB-Präsident Draghi
angekündigt, im Notfall Staatsanleihen verschuldeter Staaten zu
kaufen, um den Zusammenbruch des Euroraums zu verhindern. Die
Botschaft an die Investoren: Ihr braucht nicht gegen den Euro zu
spekulieren, wir sitzen am längeren Hebel. Schon dies bewirkte, dass
die Zinsen für Staatsanleihen sanken und die Krise zurückgedrängt
wurde. Draghis Pro-Euro-Politik hatte Erfolg. Der Bundesbank aber
gefällt das nicht. Sie wähnt, die EZB helfe verschuldeten Regierungen
bei Geldverschwendung und Inflationspolitik. Das
Bundesverfassungsgericht prüft, ob die EZB ihr Mandat überschritten
hat. Es bleibt zu hoffen, dass die Richter diese Frage trotz aller
Skepsis schließlich verneinen. Sonst riskierten sie eine dreifache
Katastrophe: Die Staatsschuldenkrise könnte mit neuer Heftigkeit
zurückkehren, der Euroraum auseinanderbrechen und Deutschland
schweren wirtschaftlichen Schaden erleiden. Dieses Risiko einzugehen
ist die verletzte Eitelkeit alter Institutionen nicht wert.



Pressekontakt:




Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de


Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Westfalenpost: Einfache Lösungen gibt es nicht

Von Lorenz Redicker Allg. Zeitung Mainz: Es wäre ein Anfang - Peter Königsberger zum Tag gegen Kinderarbeit
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.06.2013 - 20:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 888808
Anzahl Zeichen: 2137

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR
Karlsruhe prüft EZB-Geldpolitik
Die Schmerzen der Bundesbank
HANNES KOCH, BERLIN
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)