PresseKat - Westfalen-Blatt: Das WESTFALEBN-BLATT (Bielefeld) zum Kartoffel-Kartell

Westfalen-Blatt: Das WESTFALEBN-BLATT (Bielefeld) zum Kartoffel-Kartell

ID: 870660

(ots) - Die dĂŒmmsten Bauern ernten die dicksten
Kartoffeln, heißt es in einem Sprichwort. Will sagen: Kartoffelanbau
ist GlĂŒckssache. NatĂŒrlich ist das eine MĂ€r. Und doch gibt es einen
Dummen, der sich bisher allerdings nicht in dieser Rolle gesehen hat:
Es ist der Verbraucher. Er hat - sofern sich der Anfangsverdacht
erhĂ€rtet - ĂŒber Jahre die Zeche dafĂŒr gezahlt, dass ZwischenhĂ€ndler
die Preise fĂŒr Kartoffeln, die sie an den Handel liefern,
abgesprochen haben. Wieder einmal ein Lebensmittelskandal. Einer, der
zwar nicht unserer Gesundheit schadet, dafĂŒr aber unseren Geldbeutel
schÀdigt. Dabei ist es unerheblich, ob der Gesamtschaden nun 100
Millionen Euro oder eine Milliarde Euro betrÀgt. Ein Kartell
widerspricht den GrundsÀtzen einer freien Marktwirtschaft. In ihm
verschaffen sich einige wenige GeschĂ€ftsfĂŒhrer oder Firmenchefs auf
Kosten der Allgemeinheit einen ungerechtfertigten finanziellen
Vorteil. Beispiele fĂŒr derart kriminelle Energie gibt es mehr als uns
lieb sein dĂŒrfte. Allein in der Lebensmittelbranche zuletzt unter
anderem bei Kaffee sowie Schokolade. Namhafte Hersteller wie Kraft
Foods, Tchibo, Dallmayr, Haribo und Nestlé waren betroffen. Sie
mussten Millionenstrafen zahlen. Aber auch bei Bier, Waschmitteln,
AufzĂŒgen und Bahnschienen gab es unerlaubte Preisabsprachen. Beim
Kartoffel-Kartell stecken die Ermittlungen in den AnfÀngen. Daher
gilt fĂŒr die Verantwortlichen der bisher neun durchsuchten Firmen die
Unschuldsvermutung. Wenn sich allerdings der Verdacht gegen sie
erhĂ€rtet, sind auch hier saftige Bußgelder unabdingbar. Der aktuelle
Fall scheint eine Besonderheit zu sein: Waren es bisher zumeist
Großkonzerne, die die Preise untereinander zum Schaden der
Verbraucher vereinbart haben, so versuchten sich beim
Kartoffel-Kartell eine Reihe von grĂ¶ĂŸeren und auch kleineren
ZwischenhĂ€ndlern gegenĂŒber dem mĂ€chtigen Handel - der am Ende die




Preise diktiert - einen Vorteil zu verschaffen. Die Frage ist: Kommen
jene ZwischenhÀndler durch die Allmacht einer Handvoll
Handelskonzerne so sehr in BedrĂ€ngnis, dass sie tricksen mĂŒssen?
Wehren sie sich etwa, um nicht gegeneinander ausgespielt zu werden?
Man denke nur an die Milchbauern, die aus Verzweiflung ĂŒber niedrige
Preise Tausende Liter Milch vor SupermÀrkten auskippten. Ihr Unmut
war gerechtfertigt. Wenn die Milch fĂŒr einen niedrigeren Preis im
Laden steht als sie von den Landwirten produziert werden kann, passt
etwas nicht. Im aktuellen Fall aber fehlt der Aufschrei der Bauern.
Bisher jedenfalls. NatĂŒrlich sind Kartelle nicht zu rechtfertigen,
aber mehr denn je sollten die WettbewerbshĂŒter auch die Ursachen
möglicher unerwĂŒnschter Entwicklungen im Blick haben. Unternehmen,
die zu mÀchtig werden, stören ebenfalls das Marktgleichgewicht.
Steigende Lebensmittelpreise sind fĂŒr viele Menschen ein Ärgernis.
Auch wenn es - wie bei den so beliebten Kartoffeln - nur wenige Cent
sind. Der Verbraucher bleibt eben der Dumme.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261


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Datum: 13.05.2013 - 20:35 Uhr
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