(ots) - Heute hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM) im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums
ein Register über Lieferengpässe bei Arzneimitteln ins Internet
gestellt. Vorgesehen ist, dass Pharmaunternehmen darüber informieren,
wenn sie eine über zwei Wochen hinausgehende Lieferunfähigkeit bei
lebenswichtigen Arzneimitteln absehen können.
Hierzu erklärt Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika:
"Die Mitgliedsunternehmen von Pro Generika tragen das freiwillige
Register mit. Das Register kann transparent machen, welches Ausmaß
Lieferunfähigkeiten tatsächlich haben. Damit kann eine Datengrundlage
geschaffen werden, die über die bislang "anekdotische Evidenz"
hinausgeht, die die mediale Debatte der letzten Monate bestimmt hat.
Das Register löst aber allenfalls den Engpass "Information". Es
ist kein Ansatz, um den konkreten Ursachen von Engpässen zu begegnen.
Zu den Ursachen gehört neben einer steigenden globalen Nachfrage nach
Arzneimitteln auch der Umstand, dass jeder zweite Engpass damit
zusammenhängt, dass es für das betreffende Arzneimittel nur noch zwei
oder gar einen Anbieter gibt. Zu diesem Schluss kommen Untersuchungen
aus den USA, die wesentlich stärker von Arzneimittelengpässen
betroffen sind.
Diese Marktverengung hat verschiedene Ursachen. Eine wesentliche
ist der enorme Preis- und Rabattdruck auf Generika. Deshalb muss die
gesundheitspolitische Kostendämpfung da auf den Prüfstand, wo sie
maßgeblich Marktverengung befördert. Aber auch im Klinikbereich muss
ein Umdenken stattfinden. Es läuft etwas falsch in Deutschland, wenn
(Klinik-)Apotheken für lebensrettende Generika zur Krebsbekämpfung
real weniger aufwenden, als ein Cappuccino am Hauptbahnhof kostet.
Der immense Kostendruck auf Generika führt dazu, dass Hersteller
wichtige Arzneimittel nicht mehr anbieten können, weil ihre
Aufwendungen für Produktion, Qualitätsüberwachung, Logistik und
regulatorische Anforderungen zu diesem realen Preisniveau nicht
nachhaltig finanzierbar sind. Im Ergebnis schreitet die
Marktverengung voran.
Die Lehren aus den USA zeigen vor allem eines:
Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln braucht Vielfalt der
Anbieter."
Pressekontakt:
Bork Bretthauer, Geschäftsführer, Tel.: (030) 81 61 60 9-0,
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