Westfalen-Blatt: das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Arbeitsrecht der Kirchen
(ots) - Die katholische Kirche macht es den Gläubigen
nicht immer leicht, ihr treu zu bleiben. Der Umgang des Vatikans mit
den Pius-Brüdern ist fragwürdig. Der Missbrauch von Kindern durch
Priester war und ist ein Skandal. Und die schonungslose Aufarbeitung
dieser Fälle kommt nicht voran - viele Christen zweifeln, einige
verzweifeln sogar. Ein Caritas-Mitarbeiter ging einen Schritt weiter
und trat aus diesen Gründen aus der Kirche aus. Damit war er auch
seinen Job los. Dass er mit seiner Kündigungsschutzklage keinen
Erfolg hatte, kann nicht überraschen. Die deutschen Gerichte billigen
den Kirchen regelmäßig einen arbeitsrechtlichen Sonderstatus zu. Und
das bedeutet: ganz oder gar nicht. Der Mitarbeiter kann nicht
Loyalität zu seinem Arbeitgeber Kirche zeigen und als Privatmann ihr
den Rücken kehren. Das mag einleuchten. Wünschenswert wäre es, wenn
die gleiche Kirche ebenso konsequent mit den Angestellten umgeht, die
sich an Kindern vergangen haben. Wie oft wurden die Pfarrer einfach
versetzt bis sie rückfällig wurden. Später war dann von Fürsorge die
Rede. Verstehen kann das niemand.
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Andreas Kolesch
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Datum: 25.04.2013 - 20:15 Uhr
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