(ots) - Wenn es um handfeste politische Skandale geht,
ist Deutschland ziemlich unterentwickelt. Blickt man zurĂŒck in die
Geschichte, fallen einem höchsten zwei bis drei FÀlle ein, deren
Bedeutung im internationalen Vergleich von Gewicht waren. Da ist
zunÀchst der Fall des Hans Josef Maria Globke. Die "graue Eminenz" an
der Seite von Altkanzler Konrad Adenauer steht nicht nur fĂŒr die
dunkelsten Seiten deutscher Geschichte, sondern ist ein
Paradebeispiel fĂŒr die personelle KontinuitĂ€t der Verwaltungseliten
zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der frĂŒhen
Bundesrepublik. Die Verwendung des Mitautors der NĂŒrnberger
Rassegesetze als Chef des Bundeskanzleramtes gehört zu den dunklen
Kapiteln der Republik. Als Skandal aber haben dies seinerzeit nur
wenige empfunden. Jahre spÀter war dies anders. Die Spiegel-AffÀre
ging fĂŒr die Regierenden weniger glimpflich aus. Franz-Josef StrauĂ
musste seinen Hut nehmen, als der auĂerparlamentarische Druck
gestĂŒtzt wurde durch parlamentarische AktivitĂ€ten. SpĂ€ter folgte noch
der Fall Helmut Kohl und seiner SpendenaffÀre. Er schaffte es zur
persona non grata und brauchte lange bis zu seiner innerparteilichen
Rehabilitierung. Alle PolitaffÀren danach waren vergleichsweise
harmlos, reichten aber dennoch aus, dass Politiker ihren Hut nahmen.
Letztlich ein Zeichen der NormalitĂ€t. Die BĂŒrger haben MaĂstĂ€be
entwickelt, an denen sie Politiker messen - siehe Christian Wulff.
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