PresseKat - Raus aus der virtuellen in die belebte Welt: Warum Kinder mit Tieren leben wollen

Raus aus der virtuellen in die belebte Welt: Warum Kinder mit Tieren leben wollen

ID: 810435

(ots) - Erkenntnis in ARD-Sendung "hart aber fair":
Kinder interessieren sich für Kaninchen / Heimtiere ermöglichen Nähe
/ Gute Mensch-Tier-Beziehung ist wichtig

Heimtiere sind eine ernsthafte Konkurrenz zu iPad und Handy.
Dieses Ergebnis eines Experiments verkündete "hart aber
fair"-Moderator Frank Plasberg in seiner Fernsehsendung am 5. Februar
"Handy an, Hirn aus - wie doof machen uns Apple und Co.?" Der Sender
hatte Viertklässlern ein Fahrrad, ein Kaninchen und ein iPad gezeigt
und gefragt, was sie sich aussuchen würden. 50 Prozent der Kinder
interessierten sich für das iPad, die andere Hälfte für das
Kaninchen. Eine Schülerin sagte: "Ich war einem Hasen noch nie so
nahe."

Kinder lieben Tiere

Die KIM-Studie 2010 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds
Südwest (mpfs) bestätigt: 58 Prozent der 6- bis 13-Jährigen
interessieren sich für Tiere. Eltern, die ihren Kindern auch
glückliche Erfahrungen in der analogen belebten Welt ermöglichen
wollen, sollten daher über die Anschaffung von geeigneten Heimtieren
nachdenken. "Die von Kindern berichteten Tiererlebnisse zeigen, wie
genau sie Tiere beobachten und wie intensiv das Erleben ist. Dies ist
nur möglich, weil hier tiefer liegende kindliche Wünsche und
Bedürfnisse angesprochen werden", lautet der grundlegende Befund von
Prof. Dr. Reinhold Bergler vom Psychologischen Institut der
Universität Bonn. Kinder, die ohne Heimtiere aufwachsen, seien
hinsichtlich ihres Erlebnisreichtums und ihrer Erfahrungen im Umgang
mit Lebewesen benachteiligt.

Heimtiere ermöglichen Nähe

Die Humanmedizinerin Dr. Anke Prothmann ist ebenfalls davon
überzeugt, dass Kinder eine natürliche Affinität zu Tieren haben und
vom Umgang mit ihnen profitieren: "Unsere Untersuchungen in
Kindergärten haben ergeben, dass Kinder über das Zusammenleben mit




Tieren Einfühlungsvermögen lernen, weil sie eine unvoreingenommene,
aber direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten erhalten. Kinder, die mit
Tieren aufwachsen, haben eine stärkere Persönlichkeit, sind sozialer
und können besser Streits schlichten als Kinder, die ihre Kindheit
ohne Tiere verbringen."

Zahlreiche andere Studien zeigen, dass Heimtiere das Bedürfnis
nach Nähe und Beziehung befriedigen können und das Lernen
unterstützen, indem sie Aufmerksamkeit, Konzentration und Motivation
fördern. Auch kleine Tiere wie Meerschweinchen oder Fische geben den
Kindern das Gefühl, akzeptiert und gebraucht zu werden. Und das Gassi
gehen und Spielen mit dem Hund bringt kleine Fernsehgucker auf Trab.

Gute Mensch-Tier-Beziehung ist wichtig

Allerdings sind sich alle Fachleute einig, dass nur eine gute und
enge Mensch-Tier-Beziehung, zu der auch die Fürsorge der Eltern und
Kinder für die Tiere gehört, positive Auswirkungen auf die
Entwicklung der Kinder haben kann. Entsprechend wichtig ist die
Auswahl der richtigen Heimtiere für die Familie: "Alle
Familienmitglieder sollten sich mit den Ansprüchen der Wunschtiere
auseinandersetzen, prüfen, ob diese zum eigenen Lebensstil passen und
sich optimal auf die neuen Mitbewohner vorbereiten", erklärt Norbert
Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe
e.V. (ZZF).

Weitere Infos:

- KIM-Studie 2010 - Kinder+Medien, Computer+Internet: Befragte:
1.214 Kinder im Alter von 6-13 Jahre; IFAK;
http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf10/KIM2010.pdf

- Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft:
http://www.mensch-heimtier.de/start.html

- Dr. Anke Prothmann: Warum Tiere Kindern guttun. Pädagogische und
therapeutische Effekte von Heimtieren. Kinderklinik und
Poliklinik der technischen Universität München, Klinikum rechts
der Isar



Pressekontakt:
Antje Schreiber
Tel. 0611 447553-14

Kathrin Handschuh
Tel. 0611 447553-15

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Datum: 06.02.2013 - 14:30 Uhr
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