Dem Ausverkauf der einheimischen Landwirtschaft einen Riegel vorschieben
(pressrelations) -
Der Vorsitzende der Fraktion von BĂNDNIS 90/DIE GRĂNEN im Brandenburger Landtag AXEL VOGEL hat sich dafĂŒr ausgesprochen, konsequent gegen die auch vom Bauernbund Brandenburg konstatierte rasant zunehmende Ballung von AgrarflĂ€chen in der Hand weniger GroĂinvestoren, das so genannte Landgrabbing vorzugehen. Der Ausverkauf der ostdeutschen LandwirtschaftsflĂ€chen an nicht regional verankerte Investmentgruppen und 'Tiefladerbauern' mĂŒsse verhindert werden. LebensfĂ€hige Dorfstrukturen im lĂ€ndlichen Raum setzten voraus, dass die ansĂ€ssigen Landwirtschaftsbetriebe mit Gewinn arbeiten können. Doch dies sei kaum möglich, wenn landwirtschaftliche NutzflĂ€chen zu spekulativen Preisen auf den Markt geworfen werden. Die Subventions- und FlĂ€chenvergabepraxis verschĂ€rfe das Problem und verhindere wirtschaftlichere Strukturen.
"Der Bauernbund Brandenburg beklagt diese Benachteiligung einheimischer Landwirte und den Kapitalabfluss aus den lĂ€ndlichen Regionen zu Recht. Das wirklich Erschreckende ist aber die GleichgĂŒltigkeit, mit der Landesbauernverband und Landesregierung dieser fatalen Entwicklung seit Jahren begegnen.
Dabei wurden die Fakten in den Medien mehrfach angesprochen und in der Enquete-Kommission Aufarbeitung in dieser Legislaturperiode wiederholt dokumentiert. Gutachter fĂŒr die Enquetekommission wie der Greifswalder Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Helmut KlĂŒter haben im letzten Sommer alle Zahlen auf den Tisch gelegt: Die beschĂ€ftigungsarme brandenburgische Landwirtschaft hat die zweitschlechteste FlĂ€chenproduktivitĂ€t im deutschlandweiten Vergleich.
Die Weichen fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung einer bĂ€uerlichen Brandenburger Landwirtschaft wurde nach 1990 falsch gestellt. Doch statt die Fehler der Anfangsjahre, als Neu- und Wiedereinrichter systematisch zugunsten der LPG-Nachfolger ausgebremst wurden, zu korrigieren, verfestigt die heutige PrĂ€mienpraxis die ungleiche Eigentumsverteilung im lĂ€ndlichen Raum. Die groĂbetrieblichen FlĂ€chen sind ein Paradies fĂŒr Landgrabber, die sich oft mit einem Schlag Tausende Hektar von den umfirmierten LPG-Nachfolgern unter den Nagel reiĂen und mit Masse statt Klasse, einseitiger Ausrichtung auf Energiepflanzen und Niedriglöhnen schnelles Geld verdienen wollen. Das ist das Gegenteil einer nachhaltigen Entwicklung, wie uns Vertreter der Regierungskoalition - nicht nur in der Enquete-Kommission - immer wieder weismachen wollen.
Wir unterstĂŒtzen deshalb uneingeschrĂ€nkt die Forderung des Bauernbundes, dass landwirtschaftliche FlĂ€chen der BVVG in kleinere LosgröĂen aufgeteilt und zuerst ortsansĂ€ssigen Landwirten oder JunglandwirtInnen angeboten werden. Dem ausufernden GröĂenwachstum durch Landgrabbing muss mit einer wirksamen Kappungsgrenze und Degression bei den Subventionszahlungen der EU begegnet werden. Jegliche Förderung der Massentierhaltung durch das Land muss beendet werden. Die Privilegierung von gewerblichen Stallbauten im AuĂenbereich muss gestrichen werden. Nur so werden sich langfristig kleine regionale Betriebe gegen ĂŒbermĂ€chtige Agrarkonzerne behaupten können."
AXEL VOGEL sagte, er werde diese Forderung in die Beratungen ĂŒber den Abschlussbericht der Enquete-Kommission einbringen.
BĂNDNIS 90/DIE GRĂNEN
Fraktion im Brandenburger Landtag
Am Havelblick 8, 14473 Potsdam
Tobias Arbinger
Pressesprecher
Tel.: 0331 9661706
Fax.: 0331 9661702
presse(at)gruene-fraktion.brandenburg.de
www.gruene-fraktion.brandenburg.de
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