WAZ: Ein Schauspiel namens Lehman
- Kommentar von Ulf Meinke
(ots) - Es scheint Kalkül zu sein. Zunächst wird eine
irrwitzig hohe Summe ins Gespräch gebracht, sagen wir: 834 Millionen
Euro. Dann werden leichte Zugeständnisse gemacht, und am Ende steht
wohl noch immer eine Summe, die eigentlich, man kann es kaum anders
nennen, schlicht unverschämt ist. Ganz nebenbei: Erinnert das
Schauspiel nicht an einen Basar? Mag ja sein, dass Aufwand und Risiko
enorm sind, wenn es darum geht, eine Bank, wohlgemerkt die deutsche
Tochterfirma eines US-Instituts, abzuwickeln. Aber sind die Aufgaben
wirklich größer und gefährlicher als etwa im Fall Karstadt, der dem
zuständigen Insolvenzverwalter immerhin das erkleckliche Sümmchen von
rund 32 Millionen Euro einbrachte? Zweifel sind erlaubt. Ziemlich
sicher lässt sich sagen, dass die Regeln nicht stimmen, wenn das
Honorar wie im Fall Lehman derart in die Höhe schnellt. "Was ist ein
Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?", lässt Bertolt
Brecht in seiner "Dreigroschenoper" den Gangster Mackie Messer
fragen. Es muss wohl ergänzt werden: Was ist all das gegen die
Abwicklung einer Bank?
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Datum: 01.12.2012 - 05:00 Uhr
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