(ots) - Clever ist etwas anderes
Bravo! Deutschland soll intelligenter werden. Zumindest seine
Netze. Das haben Politik und Lobbyisten der IT-Branche so auf ihrem
Gipfel beschlossen. Wie unser Land dann aussieht, wird den Deutschen
Tag für Tag in TV-Werbespots von Energie- und
Telekommunikationskonzernen vorgeführt. Aber Moment mal: Das sind
doch genau die Protagonisten, die an anderer Stelle in Sachen Netz
grandios scheitern.
So ist es Deutschland, das mangels Netzanbindung Probleme hat, den
hochsubventionierten Offshore-Strom an Land zu bringen. Und es ist
Deutschland, dessen Landkarte von zahlreichen weißen Flecken
durchzogen ist. Dort können die Bewohner vom schnellen Internet,
sprich: einer guten Anbindung ans weltweite Netz, nur träumen.
Apropos träumen: Das tut wohl auch die Bundesregierung, wenn sie
ihren Bürgern die intelligenten Netze verordnen will. Die kosten viel
Geld, und genau deswegen werden die meisten Menschen davon wohl
Abstand nehmen. Da kann die Werbung noch so schillernd sein.
Und wozu braucht beispielsweise der Bürger aus Westniedersachsen
überhaupt ein intelligentes Netz, wenn er den heimischen Herd aus der
Ferne mangels mobilen Internets (Stichwort: weißer Fleck) ohnehin
nicht mit seinem Smartphone vorheizen kann? Aus diesen Gründen
scheint die Idee der intelligenten Netze nur auf den ersten Blick
clever.
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