PresseKat - Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Beschlüsse des Koalitionsgipfels Geschenke zum Umtauschen

Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Beschlüsse des Koalitionsgipfels
Geschenke zum Umtauschen
ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

ID: 756137

(ots) - Bei Weihnachtsgeschenken ist es meistens so: Mit
einigen kann man etwas anfangen, andere möchte man am liebsten gleich
loswerden. Mit den Wahlkampfpräsenten der schwarz-gelben Koalition
verhält es sich ähnlich. Sollte die Aufstockung des Verkehrsetats
tatsächlich zu einem schnelleren Ausbau der A 33 führen, wäre dieser
Zuschlag für Minister Peter Ramsauer zu begrüßen. Und für die
Abschaffung der Praxisgebühr spricht schon der hohe
Verwaltungsaufwand von über 300 Millionen Euro und die mangelnde
Lenkungswirkung. Absurd bis peinlich wird es dagegen beim
Betreuungsgeld: Da legt die Koalition jeweils monatlich noch 15 Euro
drauf, wenn man statt des Betreuungsgeldes für die Bildung des Kindes
oder die Altersvorsorge spart. Da bekommen die Menschen ein Geschenk
mit dem klaren Hinweis, dass es klüger und einträglicher wäre, es
sofort umzutauschen. Man hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schon
häufiger vorgeworfen, ihre kleinen Koalitionspartner, vor allem die
FDP, am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen. Das lässt sich jetzt
nicht mehr behaupten. Bei diesem Koalitionsgipfel haben vor allem FDP
und CSU aufgetrumpft - die CDU hingegen schaut in die Röhre. Dass die
Zuschussrente von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU)
derartig gefleddert wurde, dass für Kleinrentner nur noch ein
monatlicher Betrag von 10 bis 15 Euro über der Grundsicherung
übrigbleibt, ist dreist. Und wenn schon gegen Minirenten fast nichts
getan wird, müsste man doch wenigstens gegen die Erwerbsarmut
vorgehen. Wo bleibt der Hinweis, dass diese Koalition einen
Mindestlohn einführen will? Gleichzeitig verspricht die Koalition
einen "strukturell ausgeglichenen Haushalt 2014". Das bedeutet
keineswegs, dass der Bund dann ohne Neuverschuldung auskommt. Gewisse
Einmalzahlungen werden einfach herausgerechnet. Aber dass die
Etatkonsolidierung für Schwarz-Gelb an erster Stelle steht, glaubt




doch sowieso kein Mensch mehr. An erster Stelle steht, dass die CSU
ein tolles Landtagswahlergebnis einfährt und die FDP nicht dauerhaft
unter die Fünf-Prozent-Hürde fällt. Ob allerdings die Abschaffung der
Praxisgebühr als Lebensversicherung für die FDP ausreicht, darf mit
Fug und Recht bezweifelt werden.



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten(at)neue-westfaelische.de


Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  an Freund senden  Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Deutsche würden Obama wählen
Hoffnung auf ein anderes Amerika
BERNHARD HÄNEL Mittelbayerische Zeitung: Teurer Koalitionskitt
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 05.11.2012 - 19:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 756137
Anzahl Zeichen: 2575

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Bielefeld



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 0 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar
Beschlüsse des Koalitionsgipfels
Geschenke zum Umtauschen
ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN
"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Neue Westfälische (Bielefeld) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von Neue Westfälische (Bielefeld)