WAZ: Ein kulturelles Missverständnis
- Kommentar von Miguel Sanches
(ots) - Es ist grotesk: Der Bundesinnenminister startet eine
Aktion, um der Radikalisierung von Jugendlichen vorzubeugen, knickt
aber just vor den radikalen Kräften ein und verkneift sich die
Kampagne aus Angst vor Anschlägen. Innenminister Hans-Peter Friedrich
handelt besonnen - Deeskalation ist das Gebot der Stunde - , aber er
handelt zu spät. Die Plakat-Aktion war von vornherein Murks. Wer
Muslime als Partner gewinnen will, muss Sprache und Stilmittel so
wählen, dass sie sich angesprochen fühlen. Es ist ein kulturelles
Missverständnis. In Europa hat die Kirche an Autorität verloren, und
Satire darf alles. Dabei ist die Botschaft der Zeitschrift "Charlie
Hebdo" nicht mal falsch. Sie zeigt einen Muslim im Rollstuhl und
einen Juden - mit der Zeile, man dürfe sich über sie nicht lustig
machen. Das Bild ist eine Anspielung auf den Film "Ziemlich beste
Freunde", und der Titel spiegelt den befangenen Umgang wider. Wie
geht man mit ihnen um? Die Antwort ist einfach: mit Respekt. Das
Mohammed-Cover von "Titanic" etwa dient einem Zweck: dem Verkauf. Der
Zweck aber heiligt nicht die Mittel.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion(at)waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.09.2012 - 19:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 726262
Anzahl Zeichen: 1384
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Kategorie:
Diese Pressemitteilung wurde bisher
0 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"
WAZ: Ein kulturelles Missverständnis
- Kommentar von Miguel Sanches"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(
Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum
Haftungsauschluß (gemäß
TMG - TeleMedianGesetz) und dem
Datenschutz (gemäß der
DSGVO).
Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer (CSU) nach einem Zuzugsstopp für Muslime zielt nach
Einschätzung des früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet
(CDU) in die falsche Richtung. "Ein Großteil unseres
I ...
Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es im
Ruhrgebiet nicht geben. Dies ergab eine flächendeckende Umfrage der
WAZ-Lokalredaktionen. Damit läuft der Schulversuch der rot-grünen
Minderheitsregierung an Rhein und Ruhr ins Leere.
An ...
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzende ...