WAZ: Tilgungsfonds - pragmatisch, klug
- Kommentar von Thomas Wels
(ots) - Schade, dass eine der klügsten Ideen zur Beendigung
der Euro-Krise auf den St. Nimmerleinstag verschoben wird. SPD-Chef
Gabriel hat der Idee eines Schuldentilgungsfonds seine Unterstützung
zugedacht, sie aber mit Forderungen nach Änderung der Verfassung und
Volksabstimmung verunmöglicht. In der Tat hätte der
Schuldentilgungsfonds gravierende Folgen: die Vergemeinschaftung
eines Teils der Altschulden. Das ist in den Euro-Verträgen völlig zu
recht ausgeschlossen. Das Verbot ist aber durch den Bruch der
Verträge zur Einhaltung von Schuldengrenzen, etwa von Deutschland und
Frankreich, unhaltbar geworden. Und die erfolglose Euroretterei
vergangener Jahre hat in eine Sackgasse fehlender Alternativen
geführt. Kurzum: Entweder akzeptiert man eine zeitlich befristete
Vergemeinschaftung der Schulden, versehen mit strikten Regeln zum
Schuldenabbau oder man drängt die Zentralbank zum Aufkauf von
Schulden über die Notenpresse. Der Fonds ist die bessere Alternative,
weil er rezessionsgeplagten Ländern Zeit gibt und einen Pfad zum
Schuldenabbau aufzeigt. Pragmatismus und Politik sind immer noch ein
Widerspruch - trotz großer Not.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion(at)waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.08.2012 - 19:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 694734
Anzahl Zeichen: 1427
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Kategorie:
Diese Pressemitteilung wurde bisher
0 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"
WAZ: Tilgungsfonds - pragmatisch, klug
- Kommentar von Thomas Wels"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
(
Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum
Haftungsauschluß (gemäß
TMG - TeleMedianGesetz) und dem
Datenschutz (gemäß der
DSGVO).
Die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten
Horst Seehofer (CSU) nach einem Zuzugsstopp für Muslime zielt nach
Einschätzung des früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet
(CDU) in die falsche Richtung. "Ein Großteil unseres
I ...
Eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es im
Ruhrgebiet nicht geben. Dies ergab eine flächendeckende Umfrage der
WAZ-Lokalredaktionen. Damit läuft der Schulversuch der rot-grünen
Minderheitsregierung an Rhein und Ruhr ins Leere.
An ...
Flacht die Erregungskurve einer gut ausbeutbaren
öffentlichen Debatte zu früh ab, darf man gewiss sein, dass einer
kommt und neues Öl ins Feuer gießt. Einer wie Horst Seehofer. Im
Gefolge der Sarrazin-Aufwallungen fällt es dem CSU-Vorsitzende ...