(ots) -
"Wenn Griechenland in den nächsten zwei Stunden austreten würde,
hätte ich das vorgestern Abend erfahren" - WDR-Sommergespräch mit
Jean-Claude Juncker.
Morgens hat er mit dem französischen Präsidenten telefoniert, mit dem
spanischen Premier und dem griechischen Ministerpräsidenten. Mittags
trifft er Asli Sevindim in der Altstadt von Luxemburg. "Ich rufe nie
an, ich werde angerufen", sagt Jean-Claude Juncker - und, dass er
grundsätzlich keinem Anrufer verrät, mit wem er bereits zuvor
telefoniert hat.
"Mister Euro" kennt alle Tricks, arbeitet 17 Stunden täglich, und er
weiß, wann man besser den Mund hält - im Gegensatz zu manchem
Kollegen, dessen Verhalten auf EU-Gipfeln er "präpubertär" nennt.
Jean-Claude Junker nimmt sich viel Zeit, um uns durch Luxemburg zu
führen. Ein Gespräch über die schwerste Schlacht seines Lebens, die
Entscheidungsschlacht um den Euro. Ein Spaziergang ganz ohne
Bodyguards - und ohne Handy.
Was ist, wenn Griechenland gerade jetzt pleite geht? "Dann hätte ich
das vorgestern Abend erfahren", schmunzelt Juncker - und schaltet auf
Angriff um. Ein Austritt Griechenlands "wäre aus heutiger Sicht ein
beherrschbarer Vorgang. Deshalb ist es noch nicht ein wünschenswerter
Vorgang". Treffen würde es vor allem die kleinen Leute: "Mir ist das
nicht egal, was mit denen passiert. Herrn Rösler ist das vielleicht
egal, mir nicht." Zur eigenen Rolle bei der Einführung des Euro sagt
Juncker: "Ich mache mir nicht wirklich Vorwürfe. Ich habe nur
Bedenken über eigenes Tun. Weil das nicht immer konsequent und
"sofortig" genug war. (...) Man muss immer sofort etwas sagen - ich
mache das nicht."
Redaktion: Stefan Brandenburg
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