Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Präsidentenwahl in Indien
(ots) - Präsidentenwahlen in Indien haben traditionell
symbolische Bedeutung. In der Vergangenheit wurden sie dazu benutzt,
Vertreter von Minderheiten ins höchste, weitgehend repräsentative
Staatsamt zu hieven. Beispielsweise wurde ein Muslim Präsident, dann
ein Sikh, ein Vertreter der Dalits, hierzulande auch als
»Unberührbare« bezeichnet, und schließlich 2007 eine Frau. Der neue
Staatspräsident Pranab Mukherjee gehört keiner Minderheit an,
jedenfalls keiner ethnischen oder religiösen. Vielleicht aber ist er
bald Mitglied einer politischen Minderheit: Die Kongresspartei
befindet sich im Niedergang. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise,
ein sich abflachendes Wirtschaftswachstum, Korruption und
unzuverlässige Koalitionspartner machen ihr das Leben schwer.
Ministerpräsident Manmohan Singh gilt mit fast 80 Jahren als
amtsmüde. Der Star der nächsten Generation, Rahul Gandhi, Sohn von
Sonia und des ermordeten Rajiv Gandhi, ist im Frühjahr bei
Regionalwahlen durchgefallen. Mukherjee ist Sonia Gandhis Mann. Sie
hat ihn gegen Widerstände durchgesetzt. Es könnte der Durchbruch
sein. Ader auch ein Pyrrussieg.
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Andreas Kolesch
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Datum: 22.07.2012 - 20:00 Uhr
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