(ots) - Der Mann teilt richtig aus: "Heute werden junge
Menschen geschlechtsreif und sind umgeben von Alten, die nicht daran
denken, ihnen auch nur einen kleinen Machtzipfel zu überlassen.
Helikoptereltern begleiten die 'Kleinen' noch zur Einschreibung an
der Uni, die Kindheit wird hinausgezogen, bis bei den 30-Jährigen die
Luft völlig raus ist."
Im Exklusiv-Interview zum Artikel "Plötzlich Pubertät" mit der
Zeitschrift ELTERN FAMILY (aktuelle Ausgabe 8/2012, ab morgen im
Handel) bricht Ralph Dawirs, Biologe, Neurologe und Forschungsleiter
der "Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit" am
Uni-Klinikum Erlangen, eine Lanze für die von vielen Erwachsenen als
- vorsichtig gesagt - anstrengend empfundenen jungen Menschen in
dieser Lebensphase.
"Pubertierende sind wahre Helden", erklärt Dawirs. "Die längste
Zeit der Menschheitsgeschichte hatte Jugend die Macht. Die Alten
waren mit 25, 30 Jahren zahnlos, wurden gnädig durchgefüttert. Für
das Weiterbestehen der Sippe zu sorgen, war zwei Millionen Jahre lang
Aufgabe derer, die wir heute Teenager nennen. Erst seit acht bis zehn
Generationen werden Menschen immer älter. Und kommen mit den
Eigenschaften der Jungen, die einmal das Überleben garantierten,
nicht mehr klar."
In den Augen heutiger Eltern nervende Pubertäts-Eigenschaften wie
"Zu-spät-vom-Konzert-nach-Hause-Kommen" oder
"Unerlaubt-in-den-Nachbarort-Trampen" stehen für den Experten in
Wahrheit für die Eigenschaften Risikofreude und Waghalsigkeit. Ralph
Dawirs: "Heute gilt alles, was nicht lautlos pubertiert, als
Problemfall. Dabei ist der Aufruhr der 13-, 14-, 15-Jährigen nichts
als ein notwendiger Prozess der emotionalen Entkopplung von den
Eltern. Als junge Erwachsene werden sie ihre Entscheidungen selbst
treffen, das will geübt sein."
Der Wissenschaftler geht in ELTERN FAMILY noch weiter und fordert
ein Ende der Schule mit 14 Jahren: "Davon hätten alle etwas. In der
Abfrageanstalt, die wir Schule nennen, verkümmern Engagement,
Leidenschaft, Neugier. Wir verschwenden dort riesige Ressourcen an
Kraft, an Leichtigkeit, Risikobereitschaft und Kreativität, die die
Gesellschaft gut gebrauchen könnte."
Das komplette Interview mit Ralph Dawirs ist ab morgen in ELTERN
FAMILY, Ausgabe 8/2012 zu lesen.
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Mandy Rußmann
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