(ots) - Auf zahlreichen internationalen Festivals gefeiert
und von zwei Dutzend Fernsehsendern weltweit gekauft: Nachdem der
außergewöhnliche Dokumentarfilm erfolgreich um die Welt gegangen ist,
feiert er nun seine Erstausstrahlung im Ersten.
Durch zahlreiche Dokumentationen sind die kaltblütigen Morde
führender Nationalsozialisten bekannt. Mit seinem ambitionierten
Projekt wagt der israelische Regisseur Chanoch Ze'evi einen
Perspektivwechsel. Er blickt auf das Familienleben der ranghöchsten
Nationalsozialisten und befragt deren noch heute lebenden Nachfahren:
Wie lebt man mit dem Wissen, dass der eigene Großvater im KZ
Auschwitz über das Schicksal von Millionen Häftlingen bestimmt hat?
Wie wächst man bei einem Vater auf, der in den polnischen Gebieten
für die Deportation und Ermordung von Millionen Menschen
verantwortlich war? Vor der Kamera öffnen sich fünf Personen, die mit
einem Erbe leben, das sie mit qualvollen Fragen über ihre eigene
Identität hinterlässt.
Jeder der Protagonisten findet dabei einen ganz eigenen Weg, mit
der Last umzugehen. Katrin Himmler, Großnichte des Polizeichefs und
Reichsführer SS, arbeitet gegen den Widerstand einiger
Familienmitglieder die Gräuel ihrer Vorfahren auf. Bettina Göring,
Großnichte des Gestapo-Gründers, entscheidet sich für den Bruch,
indem sie sich sterilisieren lässt und in den USA ein neues Leben
beginnt. Niklas Frank, Sohn des Generalgouverneurs der besetzten
polnischen Gebiete, prangert in schonungslosen Büchern die Verbrechen
seiner Eltern an. Monika Göth, Tochter des Kommandanten vom KZ
Plaszow, erfährt erst durch das Holocaustdrama "Schindlers Liste" vom
wahren Ausmaß der sadistischen Mordpraktiken ihres Vaters. Rainer
Höß, Enkel des Kommandanten von Auschwitz, reist an die Arbeitsstätte
seines Großvaters, um den verklärenden Fotos seines Familienalbums
eine brutale Realität gegenüberzustellen.
Nach der Ausstrahlung auf BBC 2 urteilt die britische Presse mit
überraschender Einigkeit: The Independent würdigt das Werk als "einen
erstaunlichen, aber nicht einfachen Film" und The Guardian lobt die
Produktion als einen "außergewöhnlichen Film, der informiert,
überrascht und zum Denken anregt".
"Meine Familie, die Nazis und Ich", ein internationaler
Dokumentarfilm von Chanoch Ze'evi, Koproduktion von Maya Productions
(Israel) und Saxonia Entertainment (Deutschland) für den MDR
(federführend), WDR und SWR. Redaktion: Dr. Katja Wildermuth (MDR),
Christiane Hinz (WDR), Gudrun Hanke El-Ghomri (SWR)
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