(ots) - Bei aller wirtschaftlichen Rationalität, die dem
Verkauf der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp an die finnische
Outokumpu-Gruppe innewohnt: Ein solcher Schritt mag in einem Markt
mit enormer Überproduktion sinnvoll sein, für den Industriestandort
NRW ist er ein schwerer Schlag. Der Markenname Nirosta genießt
Weltruhm, die technischen Verfahren sind Weltspitze. Schließt
Outokumpu aber die Schmelzöfen, degradiert man die Werke in Bochum
und Krefeld zu reinen Weiterverarbeitern. Geht die Konjunktur in den
Keller, werden hier zuerst die Anlagen runtergefahren. Für die 6000
Beschäftigten in Deutschland sind das keine guten Aussichten. Die
Betriebsräte haben bei dem gigantischen Verkaufsprogramm von
Unternehmen mit 35 000 Mitarbeitern mitgezogen.
Betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen. Hier steht
Vorstandschef Hiesinger im Wort. Bisher ist auf dessen
Glaubwürdigkeit kein Schatten gefallen. Die Geschwindigkeit, mit der
Thyssen-Krupp den Verkaufsprozess durchpeitscht, lässt Zweifel
aufkommen. Das Misstrauen gegenüber den Finnen ist groß, da wollen
Garantien gut ausgehandelt sein. So viel Zeit muss sein.
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