(ots) - Bittere Wahrheiten
An schlechte Nachrichten musste sich gewöhnen, wer im abgelaufenen
Jahrzehnt bei der Drogeriekette Ihr Platz beschäftigt war. Denn seit
2001 wurde sie fast pausenlos restrukturiert. Glücklich konnte sich
schätzen, wer dabei nicht seinen Job verlor. Von rund 10 500
Mitarbeitern vor elf Jahren ist nur noch gut die Hälfte übrig.
Für die verbliebene Belegschaft ist daher die zweite Insolvenz
innerhalb von sieben Jahren besonders bitter. Aber durch die enge
Verflechtung von Ihr Platz mit der kurz zuvor pleitegegangenen
Mutterfirma Schlecker war sie unausweichlich. Wahrscheinlich zwingen
die Gläubiger den undurchschaubaren Familienkonzern in seiner
jetzigen Notlage zu jener Transparenz, die sich mancher Beschäftigte
schon lange gewünscht hat.
Das könnte auch Aussagen bestätigen, wonach Ihr Platz seit der
Übernahme durch Schlecker im Jahr 2007 nie Geld verdient hat. Dabei
hatte die zuvor in der Insolvenz von Finanzinvestoren aufpolierte
Marke aus Sicht von Schlecker offenbar zum Rettungsanker werden
sollen.
An weiteren Filialschließungen und Stellenstreichungen führt nun
kein Weg mehr vorbei. Doch allein der Rotstift sichert das Überleben
von Schlecker und Ihr Platz nicht. Kluge Sortiments- und
Standortwahl, Freundlichkeit und Engagement müssen hinzukommen. Viele
Mitarbeiter wissen das. Die Konzernführung muss mindestens so offen
auf sie zugehen wie jetzt auf die Gläubiger.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207