WAZ: Ein Clown verlässt die Bühne
- Kommentar von Petra Koruhn
(ots) - Gottschalk geht - und die gute Nachricht ist: Es
hängt nicht unser Leben davon ab. Dass man manchmal einen anderen
Eindruck gewinnen konnte, liegt daran, dass der Mann mit dem
Brokatjäckchen das geschafft hat, was in dieser Weise keinem mehr
gelingt: Er hat Generationen vor dem Couchtisch vereint. Ob
Schulkind, Teenie, Oma, Opa, Mama oder Papa - bei Gottschalk saß man
zusammen in der Clubgarnitur oder auf dem Designersofa, beim
Bierchen, Sekt oder beim Grünen Tee. Und montags sprach man immer
noch drüber, im Büro wie an der Supermarkttheke. Welche Sendung
schafft das noch? Das lag übrigens nicht an den oft langweiligen
Wetten. Auch nicht an den Superstars. Wie oft haben sich die
Zuschauer beschwert, dass die Promis nur englisch redeten und ihr
Auftritt ein reiner PR-Gag war. Der Star war er: Manchmal, im
karierten Frack, fehlte nur noch die rote Nase. Gottschalk war ein
Clown, nie eine Moderatoren-Maschine. Und er hat begriffen:
Perfektion ist der Tod jeder Show. Er vergaß mal Text, verwechselte
Leute - und setzte, ganz im Sinne Frankenfelds und Kulenkampffs auf
das, was ankam: auf Understatement. Warum das Publikum ihn so geliebt
hat, diesen großen Jungen? Vielleicht weil er seinen Zuschauern das
Gefühl gab, wichtig zu sein.
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Datum: 02.12.2011 - 18:39 Uhr
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