Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Tarifabschluss in der Stahlindustrie
(ots) - Eisen muss man sieden, um es biegen zu können.
Die Streiks und Protestaktionen unmittelbar vor der entscheidenden
Tarifrunde ließen keinen Zweifel: Die IG Metall war zu einem heißen
Arbeitskampf bereit - heißer als es die Situation in der Branche
eigentlich rechtfertigte. Daraus lässt sich ablesen, worum es der
Gewerkschaft in erster Linie ging: der bedingungslosen Übernahme
jedes Ausgebildeten in ein festes Arbeitsverhältnis. In der
Stahlindustrie sollte die Bresche geschlagen werden, durch die andere
Branchen nun folgen sollen. Die Ausgangsposition war gut: Schon in
der Vergangenheit erhielt fast jeder ausgebildete Lehrling einen
Arbeitsvertrag. Außerdem boomt die Stahlbranche. Da hätten
Produktionsausfälle die Kundschaft vermutlich in fremde Hände
getrieben. Ausländische Konkurrenten warteten schon mit offenen
Armen. Diese Taktik der IG Metall hatte Erfolg. Die Arbeitgeber
können für sich verbuchen, dass dank der vereinbarten
Ausnahmegenehmigungen kein Betrieb in die Insolvenz muss. Und was den
Lohnabschluss selbst betrifft, so blieb er noch unter den eigentlich
erwarteten vier Prozent.
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Andreas Kolesch
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Datum: 22.11.2011 - 20:15 Uhr
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