Das erste AWA Compliance Summit lockt Vertreter groĂer und kleiner Unternehmen nach MĂŒnster
Wer im internationalen Handel erfolgreich bestehen will, muss compliant sein: Unter dem Begriff der Compliance werden in Bezug auf den internationalen Handel Rechtssicherheit und Rechtstreue als Kernelemente der ZuverlĂ€ssigkeit eines Unternehmens verstanden. Beim ersten MĂŒnsteraner AWA Compliance Summit am 2. und 3. November diskutierten mehr als 100 Unternehmensvertreter mit hochkarĂ€tigen Referenten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ĂŒber aktuelle Entwicklungen und Themen im AuĂenhandel.
(firmenpresse) - Anlass des Compliance Summit war das 15-jĂ€hrige Bestehen der AWA AUSSENWIRTSCHAFTS-AKADEMIE GmbH (AWA): Seit 1996 schult die AWA Mitarbeiter international tĂ€tiger Unternehmen zu allen Fragen rund um den AuĂenhandel. Seit ihrer GrĂŒndung ist die AWA eng mit der Rechtswissenschaftlichen FakultĂ€t der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster verbunden und profitiert als Kooperationspartner der UniversitĂ€t vom Wissenstransfer aus Forschung und Lehre in die Praxis. Seit Oktober 2010 unterhĂ€lt die AWA zusĂ€tzlich zum MĂŒnsteraner Hauptsitz einen Standort in MĂŒnchen.
Insbesondere Unternehmen, die mit âheiklenâ GĂŒtern handeln, bewegen sich im AuĂenhandel in einem hochsensiblen Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und BeschrĂ€nkungen des AuĂenwirtschaftsverkehrs. Die Einhaltung solcher BeschrĂ€nkungen (etwa durch Embargos) muss in Compliance Programmen umgesetzt und nachgewiesen werden. Diese BeschrĂ€nkungen verbieten durch entsprechende Verordnungen und zugehörige Namenslisten etwa das ZurverfĂŒgungstellen von wirtschaftlichen Ressourcen an âgelisteteâ Personen. Unternehmen werden im Rahmen verschiedener Bewilligungen und Zertifizierungen (Zugelassener AusfĂŒhrer, AEO, RĂŒstungsgĂŒtertransfer-Zertifizierung) aufgefordert, Nachweise zu erbringen, ob und wie sie die PrĂŒfung der sogenannten âTerroristenlistenâ umsetzen. Im Rahmen der AEO-Beantragung mĂŒssen Unternehmen zudem nachweisen, dass ein sogenanntes âMitarbeiterscreeningâ durchgefĂŒhrt wird. Dieses muss Angestellte, Arbeiter, Dienstleister, Zeitarbeits- und Leiharbeitnehmer einschlieĂen. Durch das Screening soll verhindert werden, dass Gelder (etwa Gehaltszahlungen) an gelistete Personen flieĂen. Ob eine derartige PrĂŒfung vor dem Hintergrund des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) zulĂ€ssig ist, wird derzeit kontrovers diskutiert.
Die AWA hatte hochkarĂ€tige Redner eingeladen, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln diskutierten. Nach der BegrĂŒĂung durch Matthias Merz, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der AWA, Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang, Dekan der Juristischen FakultĂ€t an der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster und Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin der UniversitĂ€t, eröffnete die ehemalige Justizministerin Prof. Dr. Herta DĂ€ubler-Gmelin mit ihrem Vortrag zu AEO-Zertifizierung, Terrorlisten und Mitarbeiterscreening den Kongress.
Dr. Werner Grebe und Dr. Philip Matthey, Chief Compliance Officer der Deutsche Bahn AG bzw. der MAN SE, stellten in Form von Best-Practice-VortrÀgen die Compliance-AnsÀtze ihrer Unternehmen dar. Karl-Heinz Feldmann, Chefjustitiar und Chief Compliance Officer der E.ON AG hob die kartellrechtlichen Aspekte hervor.
Prof. Dr. Bartosz Makowicz vom Institut fĂŒr Steuerrecht der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster betonte, dass Compliance-Programme auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten â gewissenermaĂen âmaĂgeschneidertâ â sein mĂŒssen, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. Nach einer Podiumsdiskussion lieĂen die Teilnehmer den ersten Tag auf Einladung der AWA im Schlossgarten CafĂ© ausklingen.
Am zweiten Tag stellen Vertreter des Zolls, und des Bundesamtes fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anforderungen an innerbetriebliche Compliance aus dem Blickwinkel eines Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten und auch nach §2a der AuĂenwirtschaftsverordnung sowie Art. 12 der EG-Dual-Use-Verordnung vor. Dr. Richard Arning, Vorstand der SAPPER AG, fĂŒhrte aus, in welchem Umfang Software-Tools die Einhaltung der relevanten Vorschriften sicherstellen und zudem Zeit und Kosten sparen können. Stephan Morweiser, Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof, lenkte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer abschlieĂend auf die strafrechtliche Verantwortung und mögliche Konsequenzen von Verfehlungen.
AWA-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Merz freut sich ĂŒber die gute Resonanz der Veranstaltung: âDas Thema Compliance ist brisant und zudem Ă€ndern sich Vorschriften stĂ€ndig. FĂŒr Unternehmen gilt es, sich gut aufzustellen, um Ănderungen schnell umsetzen zu können. Das spart Zeit und â wichtiger noch â beugt unliebsamen Ăberraschungen vor. Denn sich wegen des Verdachts nicht genehmigter Exporte in der Presse wiederzufinden â das ist Publicity, die sich kein Unternehmen wĂŒnscht! Die AWA wird das Thema Compliance weiter im Blick behalten und mit Seminaren und Kongressen weiter begleiten.â
Hauptaufgabe der in MĂŒnster und MĂŒnchen ansĂ€ssigen AWA AUSSENWIRTSCHAFTS-AKADEMIE ist die Schulung und Weiterbildung von Mitarbeitern, Managern und GeschĂ€ftsfĂŒhrern im Bereich AuĂenwirtschaft â etwa zu Zollrecht, Exportkontrollrecht, Verbrauchsteuern oder Umsatzsteuer im grenzĂŒberschreitenden Warenverkehr sowie Compliance und Organisation. Das Seminarprogramm wird ergĂ€nzt durch E-Learning-Angebote (Webinare, FernlehrgĂ€nge) sowie individuell auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Inhouse Trainings direkt in den Unternehmen. Mit dem internationalen, universitĂ€ren Studiengang âMaster of Customs Administration (MCA)â bietet die AWA seit 2010 auch eine akademische Ausbildung an. Weitere Standorte befinden sich mit der AWA AUSTRIA in Linz, mit der AWA SUISSE in der NĂ€he von ZĂŒrich sowie mit der Tochtergesellschaft TTI (Trusted Trade Institute) in den USA. Die AWA ist anerkannter Ausbilder fĂŒr den Beruf des/der Veranstaltungskaufmanns/-frau.
Das Unternehmen wurde 1996 von Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang und Matthias Merz aus der Rechtswissenschaftlichen FakultĂ€t der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster heraus gegrĂŒndet. Nach wie vor ist die AWA Kooperationspartner der UniversitĂ€t, so dass die Kunden vom direkten Wissenstransfer aus Lehre und Forschung in die Praxis der Unternehmen profitieren.