PresseKat - Westdeutsche Zeitung: Das Vorbild Ralf Rangnick = von Olaf Kupfer

Westdeutsche Zeitung: Das Vorbild Ralf Rangnick =
von Olaf Kupfer

ID: 485736

(ots) - Der Fußballtrainer Ralf Rangnick bekennt sich
zu einem akuten Burnout-Syndrom. Und schon sind die Marktschreier
wieder unterwegs, die den Fußball fortwährend als Speerspitze des
Sozial-Darwinismus sehen. Als ein Biotop ohne Sensibilität. Wo der
Stärkere überlebt und für den Schwächeren kein Platz ist. Ein Reflex
wiederholt sich. Aber trifft er auch den Kern? Jörg Neblung, einst
Berater des Fußballtorwarts Robert Enke, der sich vor zwei Jahren an
Depressionen leidend selbst getötet hatte, sagte unlängst
hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung solch psychischer
Erkrankungen: "Zu sagen, es habe sich seit Roberts Tod ja doch nichts
geändert, alles laufe wie zuvor - das stimmt einfach nicht. Das ist
populistisch." Er hat Recht. Die Zahl der Betroffenen, die sich zu
ihrer Krankheit bekennen, ist im Sport gestiegen. Erst vor Tagen
offenbarte sich Hannovers Torwart Markus Miller. Zu leiden an dieser
neuen Offenheit hatte niemand von ihnen. Im Gegenteil: Den
Betroffenen schlug eine Welle der Sympathie entgegen. Auch, weil
diese Krankheit längst Teil unserer Hochleistungsgesellschaft
geworden ist und sich niemand davon freisprechen kann, selbst bedroht
zu sein. Ob diese Sympathiebekundungen auch eine Rückkehr der
Betroffenen in den Sport überdauern, wird sich zeigen müssen. Erst,
wenn ihnen nach Heilung volle Leistungsfähigkeit wieder zugetraut
wird, kann man von einer beeindruckenden gesellschaftlichen
Entwicklung sprechen. Zu hoffen wäre es. Es ist auch ein gutes
Zeichen, dass schon gestern, am Tag, an dem der erste deutsche
Fußballtrainer wegen eines Burnout-Syndroms zurücktrat, schon über
einen Nachfolger diskutiert wurde. Rangnick ist krank, Rangnick muss
sich ausruhen, kein großes Aufheben, bitte. Das Geschäft geht weiter.
Nur wie? Der Sport verlangt Höchstleistung, daran wird sich nicht




rütteln lassen. Wohl aber an dessen Betrachtung. Und an der Art, ihn
zu begleiten. Die Sensibilität ist geschaffen, der Weg von Enkes
tragischem Tod bis zur mutigen Offenbarung Rangnicks gibt ein
Beispiel, was Aufklärung und prominente Vorbilder erreichen können.
Und Rangnick ist ein Vorbild. Seit gestern mehr denn je.



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Datum: 22.09.2011 - 19:56 Uhr
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